Aus der Bevölkerung viel Zuspruch erfahren

Häzemer Dorf- und Kulturverein feierte sein zehnjähriges Bestehen

(lng) Seit zehn Jahren besteht der Häzemer Dorf- und Kulturverein, der aus diesem Grund zu einer Feier in das Bonifatiusheim in Habitzheim eingeladen hatte, das bis auf den letzten Platz besetzt war.

Hauptrednerin an diesem Nachmittag war Marie-Luise Drabke, die zur Zeit der Vereinsgründung Leiterin für Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises Darmstadt-Dieburg war und sich nun im Ruhestand befindet. Sie begrüßte die „liebe Festgemeinde“ und besonders die Mitglieder des Jubiläums-Vereins mit den Worten von Henry Ford: „Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“ Anhand dieser drei Schritte ließ Marie-Luise Drabke die zehnjährige Entwicklung des Häzemer Dorf- und Kulturvereins Revue passieren, der ein Kind der Dorferneuerung (2006 – 2013) sei, die sie begleiten durfte – auch eines der erfolgreichsten Projekte, betonte Marie-Luise Drabke. Nicht nur, dass der Verein noch bestehe, blühe und gedeihe, man habe auch durch Förderung der Dorferneuerung Räume zur Zusammenkunft und zum Lagern geschaffen.

In einem kurzen Rückblick in die Zeit der Vereinsgründung am 13. März 2008 erwähnte sie die ersten Aktivitäten, die in die Gründung des Vereins mündeten.

Der (Gründungs-)Vorstand sei zehn Jahre fast derselbe, die engere Mannschaft im Wesentlichen auch. Das sei nicht selbstverständlich, sondern zeuge von Kontinuität und Ausdauer. Neue Ideen und neue Initiativen würden aufgegriffen, bewertet und weitergeführt. Es bildeten sich Traditionen heraus, neue Mitglieder habe der Verein geworben. Neben der vielen mehr „trockenen“ Arbeit im Hintergrund wie Organisations- und Führungsaufgaben sowie Presse- und Foto-Dokumentation sei aber die Freude an der Arbeit im Verein zu spüren – am gemeinsamen Erfolg und dem großen Zuspruch in der Bevölkerung.

Als Aktivitäten des Häzemer Dorf- und Kulturvereins nannte die ehemalige Leiterin für Dorf- und Regionalentwicklung unter anderem das Sammeln von Unterlagen zur Habitzheimer Geschichte(n) sowie von Fotos und Unterlagen der Habitzheimer Bevölkerung und die Archivierung, außerdem Besuche in den Archiven in Bronnbach, Darmstadt, Marburg und Otzberg. Hieraus hätten sich eine Vielzahl von Themen ergeben wie Geschichte allgemein, die Schulen, Gaststätten, Geschäfte, Hausnamen, Gewann-Namen, Brunnen, „Burg-Schloss-Hofgut“, Verwandtschaftsverhältnisse und ganz aktuell die Habitzheimer Ausdrücke. Für die Habitzheimer Bevölkerung und die Öffentlichkeit habe es Informationen gegeben durch Vorträge zu vielfältigen Themen auch mit auswärtigen Referenten, Ausstellungen, „Verzäihl emol ebbes“-Abende, Unterricht in der Habitzheimer Hasselbachschule über die Geschichte von Habitzheim sowie durch Rundgänge an der Kerb und bei Klassentreffen und zu privaten Angelegenheiten, bei denen die Habitzheimer Geschichte den Besuchern nahegebracht werde. Marie-Luise Drabke wies auch auf die Veröffentlichungen des Häzemer Dorf- und Kulturvereins hin wie unter anderem die drei Bände „Habitzheimer Geschichten“. Sie erinnerte ferner auch an die aktive Mithilfe und Beratung des Vereins beim Erstellen der Chronik zur 750-Jahrfeier, die Installation von blauen Tafeln an den denkmalgeschützten Gebäuden, die Restaurierung des Gasthausschildes „Zum goldenen Engel“ sowie an die Ausgrabung und Aufstellung von alten Grabsteinen. Erwähnenswert fand sie als besondere und jährlich wiederkehrende Ereignisse für die Bevölkerung den Rundgang am Beginn der Kerb, die Kerbumzüge mit ihren Themen, die Mundartabende am Kerbmontag, die Wanderung zwischen den Jahren, das Brotbacken in der Tannenmühle und die Ausflüge in Museen und zu historischen Stätten, ebenso die Malwettbewerbe in Schule und Kindergarten.

Zum Schluss ihrer Festansprache zeigte sich Marie-Luise Drabke mehr als beeindruckt über die Vielfalt der Aktivitäten des Häzemer Dorf- und Kulturvereins. Nach wie vor sei man reich an Ideen, viele Projekte würden angedacht oder sich bereits in Arbeit befinden. Die Aktiven hätten bei ihren vielfältigen Tätigkeiten natürlich nichts gegen die Mitarbeit durch tatkräftige junge Leute, gegebenenfalls durch Unterstützung bei einzelnen Arbeiten oder Mitarbeit an einzelnen Projekten. „Der ‚harte Kern‘ ist über zehn Jahre zusammengeblieben und hat für seine Arbeit viel Zuspruch aus der Bevölkerung erfahren. Der Häzemer Dorf- und Kulturverein hat sich um Habitzheim verdient gemacht“, sagte Marie-Luise Drabke unter dem Applaus der Gäste abschließend.

Das weitere Programm

Zu Beginn der Zehnjahresfeier hatte der 1. Vorsitzende des Häzemer Dorf- und Kulturvereins, Dieter Lehmer, die große Gästeschar begrüßt und der katholischen Kirchengemeinde Habitzheim für die Bereitstellung ihrer Räume für diese Feier gedankt. Er hieß besonders als Ehrengäste Bürgermeister Matthias Weber, die Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte Habitzheim klitzeklein & gernegroß, Sabine Stark, Ortsvorsteher Uwe Mauß und Ex-Bürgermeister Karl Ohlemüller, der bei der Vereinsgründung Ortsoberhaupt von Otzberg war und auch Gründungsmitglied ist, willkommen. Anschließend erfolgte durch Dieter Lehmer die Preisverleihung für den Malwettbewerb unter dem Motto „Was gefällt dir an Habitzheim?“, zu dem der Verein aufgerufen hatte. Der Vorsitzende sprach der Jury mit Heike Renkel, Sabine Adam und Sabrina Eichhorn seinen Dank für die Bewertung der Bilder aus und vergaß in seinen Dankesworten auch nicht die Sparkasse Dieburg und die Volksbank Odenwald für die finanzielle Unterstützung. Preisträger bei diesem Malwettbewerb waren vom Kindergarten Isabella Kolb, Marlene Zimmermann und Enya Aschmann, von der 1. Klasse Mia Schäfer und Leyla Frank sowie Kim Schwaab und Neele Fehr, von der 2. Klasse Valentin Sperling, Yannick Lode sowie Elaina Holota und Leila Spira, von der 4. Klasse Sophia Rödelsperger und Nasko Reichert sowie Johanna Röwenstrunk und von der 5. bis 10. Klasse Eva Juhrig und Zoe Seeger.

Im Namen der evangelischen Kirchengemeinde Habitzheim gratulierte sodann Heidi Domack zum Jubiläum mit Überreichung eines Präsents. Seitens der Gemeinde Otzberg sprach Bürgermeister Matthias Weber seine Glückwünsche aus und ging dabei auf die rund siebzig Vereine in Otzberg ein, die Nachwuchsprobleme bei der Jugend hätten. Der Häzemer Dorf- und Kulturverein habe allerdings mit seinem Kinder-Malwettbewerb alles richtig gemacht und damit die Jugend mit einbezogen. Er lobte die interessante Vereinsarbeit, denn der Häzemer Dorf- und Kulturverein bemühe sich, dass der „alte Kram“ nicht in Vergessenheit gerate. Viele Projekte seien hinsichtlich Geschichte und Tradition durchgeführt worden, und immer wieder gebe es neue Ideen. So würden die Erzählabende des Häzemer Dorf- und Kulturvereins begeistert aufgenommen, rief der Bürgermeister in Erinnerung, der bei der Übergabe eines Präsents dem Verein alles Gute für die nächsten fünfzig Jahre und möglichst viele Ideengeber sowie Macher wünschte, die „den Pflug ziehen und eine gerade Furche zackern“.

Ein Höhepunkt des Nachmittags war der Auftritt von Marlene Schwarz aus Brensbach, der als Herta Wacker ein origineller Mix aus Kabarett, Comedy und Klamauk gelingt – ausgestattet mit Hut, Dauerwellenperücke und mit ihrer dicken Hornbrille. Sie berichtete über Gemeinsamkeiten von Brensbach und Habitzheim und lobte die Homepage des Häzemer Dorf- und Kulturvereins, die besser sei als diejenige der Gemeinde Brensbach. In lustiger Art und Weise erzählte sie von den Vereinsaktivitäten und meinte, dass sie den Vorsitzenden Dieter Lehmer noch nie habe hochdeutsch sprechen hören, deswegen sei der Häzemer Dorf- und Kulturverein gegründet worden. Herta Wacker gelang es, einen vergnüglichen Beitrag zur Zehnjahresfeier zu leisten und bekam hierfür den wohlverdienten Beifall. Zum Schluss des offiziellen Teils dankte Dieter Lehmer allen Gästen für ihren Besuch, den Helferinnen und Helfern für die Unterstützung und vor allem Josef Leo Jakob, der eine Foto-Präsentation über die Tätigkeiten des Vereins für die Zehnjahresfeier zusammengestellt hatte. Bei selbstgebackenem Kuchen und Kaffee waren die Gäste noch in gemütlicher Runde zum Ausklang dieser Feier zusammen.