Hochmodernes und Antikes im Programm

(gk) Der Ausflug des Häzemer Dorf- und Kulturvereins begann mit einer Führung im Backhaus Bickert. Seniorchef Anton Bickert führte die Gruppe mit viel Leidenschaft und Engagement durch den ca. 4000 m²-Neubau des Unternehmens im Großostheimer Ortsteil Ringheim.
Er präsentierte dabei zunächst die Geschichte des Unternehmens, das im Jahr 1911 durch dessen Vorfahren Adolf Geiß seinen Anfang nahm. 1954 kam als Meilenstein zur Bäckerei noch die Belieferung von Lebensmitteln an kleinere Supermärkte hinzu, die später wieder eingestellt wurde, da diese immer mehr durch große Märkte verdrängt wurden. „Im Jahr 1990 hatten wir ca. fünfzehn Geschäfte, heute sind es fast 50 Verkaufsstellen“, so Anton Bickert. Die Begriffe Tradition, Regionalität, Hochwertigkeit und Saisonalität fielen immer wieder in seinen Ausführungen und sind ihm sehr wichtig. Die Gruppe bekam einen Gesamtüberblick über die einzelnen Abläufe der jeweiligen Produkte. Hochmoderne – großteils computergesteuerte – Maschinen, Kühlhäuser, Klimaanlagen, Fertigungsbänder und vieles mehr wechselten sich bei dem Rundgang durch die Hallen ab. Interessant für die Teilnehmer waren auch die Einzelheiten zu den Arbeitszeiten, Zulieferern, Mengenangaben, Produkten, Auslieferungen und zur umfangreichen Logistik, die hinter den Prozessen steckt. Die Vielfalt der Produkte bringt zwangsläufig eine Palette an verschiedenen Maschinen, Arbeitsabläufen und Zutaten mit sich. Dass Hygiene dabei oberstes Gebot ist, ist selbstverständlich. „Es gibt auch eine historische Verbindung von uns zur Tannenmühle in Habitzheim“, konnte Anton Bickert berichten. „Mein Urururgroßvater hatte damals Geschäftsbeziehungen mit der Mühle“, so der Seniorchef schmunzelnd.
Nach ca. 90 Minuten schloss Anton Bickert seine Führung mit einem kleinen Give-away in Form einer Kostprobe seiner Produkte für die Gäste, die beeindruckt und um einiges Wissen mehr zum Mittagessen zur Brauereigaststätte Eder-Keller in Großostheim fuhren.
Im Bachgaumuseum im Fachwerkhof Nöthigsgut am Marktplatz, einem ehemaligen Lehenshof der Mainzer Dompröpste, begrüßte dann der Leiter des Museums Ewald Lang die Gruppe mittags zu einer Führung.
Die Exponate des Museums füllen etwa 1100 m² Ausstellungsfläche. Die Gruppe hatte daher viel zu sehen.  Los ging es direkt am Eingang mit einem aufgebauten alten Krämerladen. Viele historische Werbetafeln umrahmten ihn und ließen bei vielen Kindheitserinnerungen hochkommen. Diese wurden auch durch die vielen großen und kleinen Geräte aus Landwirtschaft und Handwerk, die in den nächsten Räumen folgten, wachgerufen. So sorgte auch das sofortige Wiedererkennen einer Transmission, d.h. eines historischen Riemengetriebes, für Erheiterung. Pflüge, Dresch- und Drillmaschinen, Ölmühlen und der ins Auge stechende Schweinetransporter seien hier beispielhaft genannt. Ewald Lang präsentierte die Gegenstände mit viel Wissen und Humor. So streute er auch viele Redensarten bzw. Dialektwörter und deren Herkunft in seinen Vortrag. „Woher kommt der Ausdruck ‚Labbeduddel‘? Weiß das jemand?“, so Ewald Lang mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. „Der Begriff ‚Labbeduddel‘ kommt von dem Lappen, der mit Schnaps und Zucker getränkt wurde, damit Säuglinge ‚eiduddele‘ (einschlafen). Das war der Vorläufer vom Schnuller“, folgte seine Erklärung, nachzulesen bei Wilhelm Buschs „Der Schnuller – Kapitel 1“. Viel Vergnügen bereitete den Gästen auch der Vergleich des „Äisdmerisch“ (Ostheimerisch) mit dem „Häzemer“ Dialekt, beispielsweise das „houn“ und das „häwwe“.
Mit solchen Hinweisen ging die Führung kurzweilig zu den aufgebauten Werkstätten und Gerätschaften von Seilern, Tünchern, Wagnern, Schmieden, Bierbrauern usw.
Beeindruckend waren auch die Abteilungen „Bürgerliches Wohnen“ und die kirchlichen Ausstellungsstücke: Flügelaltar, Grossostheimer Krippchen, Messbücher, Bibeln und vieles mehr. Den Abschluss bildeten Textilien, darunter die „Stehsaach-Hose“ für Frauen und die bekannten Liebestöter, die Schneiderei und die Puppensammlung. Nähere Informationen befinden sich auf der Homepage des Museums unter www.bachgaumuseum.de.
Der gelungene Tag wurde zu guter Letzt von den Teilnehmern mit einem Eis auf dem Marktplatz gekrönt.

 

Ab nach Bayern

(gk) Der Häzemer Dorf- und Kulturvereins lädt für Sonntag, den 14.07.2019, zu einem Ausflug in das unterfränkische Großostheim ein.
Dazu treffen sich die Teilnehmer um 10.00 Uhr auf dem Freien Platz in Habitzheim, um Fahrgemeinschaften zu bilden.
Das Programm startet in Großostheim um 11.00 Uhr mit einer Führung beim Backhaus Bickert. Das anschließende Mittagessen findet in der traditionsreichen Brauereigaststätte Eder-Keller in Großostheim statt.
Danach steht ein Besuch im Bachgaumuseum an. Es befindet sich auf Initiative des Geschichtsvereins Grossostheim e.V. seit 1975 im Fachwerkhof Nöthigsgut am Marktplatz, einem ehemaligen Lehenshof der Mainzer Dompröpste. Die Exponate des Museums füllen etwa 1100 m² Ausstellungsfläche und betreffen schwerpunktmäßig Handwerk und Landwirtschaft der Bachgauregion. Bei der Führung um 14.00 Uhr können dreizehn Abteilungen besucht werden. Sie behandeln unter anderem die Themen Bekleidungsindustrie, bürgerliches Wohnen und Bierbrauen.
Nähere Informationen befinden sich auf der Homepage des Museums: www.bachgaumuseum.de.
Die Rückfahrt ist gegen 17.00 Uhr. Die Kosten belaufen sich auf ca. 2,50 € (Museum).
Der Verein bittet um Anmeldung bis zum 07.07.2019 bei Dieter Lehmer (0176 61462399), bei Gabriele Kaufmann (06162 72727) oder per E-Mail an hduk_kaufmann@phgk.de.
Die Teilnehmer erwartet ein informativer und unterhaltsamer Tag. Kommen Sie mit!

Dem Jubiläumsjahr folgt ein ereignisreiches 2019

(gk) Die Mitgliederversammlung wurde von den vielen Aktivitäten des Vereins geprägt.
Nach einem Grußwort an die Anwesenden und dem anschließenden Gedenken an die Verstorbenen des Vereins konnte Dieter Lehmer als erster Vorsitzender des Häzemer Dorf- und Kulturvereins ein ganzes Bündel an Ereignissen aus dem Jubiläumsjahr 2018 vortragen.

Im ersten Quartal stand die Mitgliederversammlung mit den Neuwahlen des Vorstandes und die Umsetzung der neuen Datenschutzverordnung durch den Verein im Mittelpunkt. „Der Umgang mit Fotos für die beabsichtigten Publikationen bedarf sorgfältiger Prüfung und Abwägung. Dies wird uns noch weiterhin vor größere Probleme stellen“, so Dieter Lehmer zu diesem Thema.

Das Brotbacken in der Tannenmühle im April war eindeutig der Höhepunkt im zweiten Quartal des Jahres. Das gute Wetter hatte dem Verein eine so große Besucherschar beschert, so dass der kleine Verein regelrecht überrollt worden war. Für die Planung der Veranstaltung in diesem Jahr wird man die Organisation entsprechend anpassen.
Neue historische Wegetafeln wurden vom Betriebshof der Gemeinde Otzberg angebracht, und die Entwicklung eines Wegekonzepts rund um Habitzheim wurde angestoßen, dem Ortsbeirat vorgestellt und von den Betroffenen zur Umsetzung freigegeben.
Im Sommer führte der Verein einen sehr gut gelungenen und besuchten Ausflug nach Babenhausen durch, dem im August die traditionelle Würzborresammlung folgte.
Der September stand mit Ortsrundgang, Teilnahme am Umzug und Mundartabend ganz im Zeichen der Kerb. Alle Veranstaltungen dazu wurden von den Gästen wieder sehr gut angenommen.
Am Mundartabend fand auch die Verleihung des ersten „Häzemer Leo“ an den langjährigen Habitzheimer Postboten Werner Zulauf statt. Der Verein hatte diesen Preis ins Leben gerufen, um Personen zu ehren, die in besonderer Weise für den Ort eintreten bzw. eingetreten sind.

Das 10-jährige Bestehen des Vereins wurde dann mit einer Veranstaltung plus Malwettbewerb im November gefeiert. „Mit dem Malwettbewerb haben wir es geschafft, die Jüngeren in unserer Gemeinde zum Mitmachen anzuregen. Tolle Bilder, tolle Preise, leuchtende Kinderaugen und erfreute Eltern waren ein prima Erfolg für den Verein“, referierte Dieter Lehmer stolz. „Die Redner haben auf ihre Art und Weise, zusammen mit der wunderbaren Kuchentheke, die Veranstaltung hervorragend abgerundet“, so Dieter Lehmer weiter.
Selbstverständlich wurden wieder einige Verzäihl-emol-ebbes-Abende abgehalten, denen mittlerweile ein Stammpublikum die Treue hält. Den Jahresabschluss bildete traditionell die Jahresabschlusswanderung.
Dieter Lehmer dankte allen Helfern, insbesondere dem Vorstand, der katholischen Kirchengemeinde, dem Betriebshof der Gemeinde Otzberg, der Familie Haas von der Tannenmühle und allen Kuchenspendern, die die Veranstaltungen des Vereins ermöglichten.

Nach diesem ausführlichen Bericht berichtete der Kassenwart Robert Galli über den Part Finanzen. Erfreut teilte er mit, dass die Mitgliederzahl mittlerweile auf 90 angestiegen sei.
Antonia Kluge und Max Lehmer, die die Geschäftsprüfung vorgenommen hatten, bestätigten in einem Bericht, dass der Jahresabschluss korrekt sei, und dass in Folge dessen die Stellung des Antrags auf Entlastung des gesamten Vorstands erfolgen könne. Die Entlastung des Vorstands erfolgte daraufhin einstimmig. Im Anschluss wurden Max Lehmer und Patrick Renkel als neue Geschäftsprüfer gewählt.
Nach der Wahl erfolgte durch den Vorsitzenden der Ausblick auf das laufende Jahr. „Neben den Verzäihl-emol-ebbes-Abenden und einer geplanten Publikation zu den „Häzemer Ausdrigg“ wollen wir die Umsetzung eines Wegekonzeptes rund um Habitzheim angehen“, startete Dieter Lehmer. „Dabei geht es neben Standorten, Bänken und Abfallbehältern auch um die Pflege. Eine entsprechende Dokumentation mit Beschilderung ist von uns auch geplant.“
An Veranstaltungen plant der Verein die folgenden:

  • 05.05.2019: Brotbacken in der Tannenmühle
  • 14.07.2019: Ausflug nach Großostheim
  • 15.08.2019: Würzborresammlung
  • 16.08.2019: Teilnahme an der Otzberg-Woche in Habitzheim
  • 06.-10-09.2019: Teilnahme an der Häzemer Kerb
  • November: Ausstellung
  • 28.12.2019: Jahresabschlusswanderung

 

Alle Termine inklusive der anstehenden Verzäihl-emol-ebbes-Abende werden dann wie gewohnt in der Presse und auf der Homepage des Vereins angekündigt. Da keine Anträge vorlagen, konnte Dieter Lehmer die Sitzung mit folgenden Dankesworten abschließen: „Dieses sportliche Programm erfordert Engagement und Teilnahme von vielen Helfern. Dafür nochmals ein großer Dank an alle, die den Verein mit Arbeitsdiensten, Spenden, Recherchen und Dokumenten unterstützten und weiterhin unterstützen werden.“

 

Interessanter Erzählabend beim Häzemer Dorf- und Kulturverein

(gk) Heinrich Eichhorn präsentierte anlässlich des letzten Erzählabends des Häzemer Dorf- und Kulturvereins einen interessanten Vortrag über die Funde in der Habitzheimer Gemarkung.
Dass Habitzheim schon sehr lange vor der urkundlichen Ersterwähnung 1262 besiedelt wurde, das steht außer Frage. Einen Beweis dafür stellte Heinrich Eichhorn anhand einer Ausarbeitung von Prof. Dr. Britta Ramminger, Universität Hamburg (Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie), vor. Sie beschreibt hierin sehr ausführlich den Bandkeramikstandort auf der „Zimmer(n)er Höhe“ im frühen Neolithikum, der Jungsteinzeit. Gefunden wurden hier unter anderem Werkzeuge und Messerklingen. „Im Denkmalamt des Kreises Darmstadt-Dieburg gibt es eine Liste mit 64 Eintragungen/Fundorten“, so Heinrich Eichhorn in seinem Vortrag. Sie befinden sich beispielsweise in den Habitzheimer Gewannen mit den zum Teil für sich sprechenden Gewannnamen „Im Scherbengrund“, „Im Holzgrund“, „Auf dem Rück“ oder „Am Teufelsgraben“. In den „Katzenäckern“ sind Funde aus der sogenannten Rössener Kultur, der mittleren Jungsteinzeit, datiert zwischen 4790 und 4550 v. Chr., gemacht worden: Steinbeilfragmente, bandkeramische Scherben, Tongefäße und vieles mehr. 1869 fand man „Am Teufelsgraben“ einen Steinsarg mit Glas- und Keramikfunden aus der Römerzeit. Für die Gewannen „Auf dem Rech“ und am „Köpfchen“ konnte Heinrich Eichhorn nach Aufzeichnungen des Habitzheimers Georg Friedrich Brenner mitteilen, dass im Jahr 1885 unter anderem ein sogenannter Altar und irdene Scherben gefunden wurden. „Ober dem Falltor“ wurde 1982 bei Kanalarbeiten ein merowingerzeitliches Gräberfeld entdeckt, das viele persönliche Grabbeigaben enthielt. Die Funde sind teilweise im Museum Schloss Fechenbach in Dieburg zu finden.
Sehr interessant für die Gäste war auch ein Luftbild, das eine Aufnahme der Gewannen „Im Scherbengrund“ und „Ober dem Fischborn“ zeigt. Hier konnte man sehr deutlich ein Viereck mit einem Kreis erkennen, das vermutlich auf ein früheres Wohnhaus mit Brunnen verweist.
Weitere Karten, unter anderem eine Karte über Jungsteinzeitfunde in Hessen oder über die Hügelgräberbronzezeit, bereicherten die Präsentation. Heinrich Eichhorn verwies auch auf einen Brief des Großherzoglichen Denkmalpflegers aus dem Jahr 1907, der über Funde in Habitzheim berichtet. „Das ist ein Nachweis, dass hier die Römer gesiedelt haben“, so der Vortragende. Hier wird auch eine sogenannte „Villa Rustica“ erwähnt.
Ob auch Napoleon in Habitzheim unterwegs war, ist nicht bewiesen. Ein Sondengänger fand jedoch in den Gewannen „Im Dieburger Grund“ und „Im Holzgrund“ Musketenkugeln, die in die Zeit passen würden. „Es fanden hier wohl Schießübungen statt“, so Heinrich Eichhorn weiter.
Aber auch innerhalb des Ortes wurden Funde gemacht. So fand man laut den Aufzeichnungen von Georg Friedrich Brenner hier beim Bau des Felsenkellers (-> Im Stiehel, erbaut zur Eislagerung als Kühlmittel für Getränke usw.) unter anderem einen Steinhammer und einen Steinkeil.
Mit kleinem Bedauern darüber, dass diese Funde auf viele Museen, Archive und Privatpersonen verstreut seien, schloss Heinrich Eichhorn seinen Vortrag.
Damit ging nach einer kurzweiligen und fundierten Präsentation ein interessanter Spaziergang durch die Habitzheimer Zeitgeschichte zu Ende. Mehr davon!

Verzäihl emol ebbes: Funde innerhalb der Habitzheimer Gemarkung

(gk) Der Häzemer Dorf- und Kulturverein lädt für Montag, den 18. März 2019, um 19.30 Uhr zu seinem nächsten Erzählabend in das katholische Pfarrheim, Burggrabenstraße 5, ein.

Funde innerhalb der Habitzheimer Gemarkung sprechen dafür, dass in Habitzheim schon sehr lange vor der urkundlichen Ersterwähnung 1262, die im Hessischen Staatsarchiv vorliegt, Besiedlung stattfand. Heinrich Eichhorn wird daher erstmals über diese Funde in dieser Zusammenstellung referieren. Zuhörer können sich auf einen interessanten Spaziergang durch mehrere Epochen der Habitzheimer Zeitgeschichte freuen.

Einladung zur Mitgliederversammlung 2019

Der Häzemer Dorf- und Kulturverein lädt alle Mitglieder und Freunde des Vereins zur Mitgliederversammlung am Donnerstag, 21. März 2019, um 20.00 Uhr in das Jugendhaus in der Burggrabenstraße 5a, Habitzheim, ein.

Tagesordnung:

  1. Eröffnung und Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden
  2. Totenehrung
  3. Bericht des Vorsitzenden
  4. Bericht des Rechners
  5. Bericht der Geschäftsprüfer
  6. Entlastung des Vorstandes
  7. Wahl der Geschäftsprüfer
  8. Ausblick auf die Veranstaltungen und Aktivitäten 2019
  9. Anträge
  10. Verschiedenes

Anträge zur Tagesordnung können in schriftlicher Form beim 1. Vorsitzenden Dieter Lehmer eingereicht werden.

Diese Mitgliederversammlung bietet eine optimale Plattform zur Information und zum Ideenaustausch der Mitglieder. Hier kann jeder die Vereinsarbeit und die zukünftigen Ziele mitgestalten. Nutzen Sie diese Gelegenheit und bringen Sie sich und Ihre Vorstellungen ein.
Der Verein freut sich darauf, Sie bei der Versammlung begrüßen zu können.

Für den Vorstand: Gabriele Kaufmann

 

Jahresabschlusswanderung mit den Kulturfreunden

(gk) Der Häzemer Dorf- und Kulturverein lädt für Freitag, 28.12.2018, alle Mitglieder und Freunde des Vereins zu seiner traditionellen Jahresabschlusswanderung ein. Der Treffpunkt ist um 10.30 Uhr am Freien Platz. Dort wird auch von den Teilnehmern die Menüauswahl vorgenommen, um die Wartezeit auf das Essen zu verkürzen.
Das Ziel ist der Clube Operário Português (Portugiesischer Club) in der Georg-August-Zinn-Straße 68 in Groß-Umstadt. Hier ist gegen 12.30 Uhr das gemeinsame Mittagessen geplant. Der Verein freut sich auch über Teilnehmer, die mit dem Auto oder Fahrrad direkt dorthin kommen werden. Parkplätze sind genügend vorhanden.
Die Rückkehr ist gegen 17.00 Uhr.

Aus der Bevölkerung viel Zuspruch erfahren

Häzemer Dorf- und Kulturverein feierte sein zehnjähriges Bestehen

(lng) Seit zehn Jahren besteht der Häzemer Dorf- und Kulturverein, der aus diesem Grund zu einer Feier in das Bonifatiusheim in Habitzheim eingeladen hatte, das bis auf den letzten Platz besetzt war.

Hauptrednerin an diesem Nachmittag war Marie-Luise Drabke, die zur Zeit der Vereinsgründung Leiterin für Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises Darmstadt-Dieburg war und sich nun im Ruhestand befindet. Sie begrüßte die „liebe Festgemeinde“ und besonders die Mitglieder des Jubiläums-Vereins mit den Worten von Henry Ford: „Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“ Anhand dieser drei Schritte ließ Marie-Luise Drabke die zehnjährige Entwicklung des Häzemer Dorf- und Kulturvereins Revue passieren, der ein Kind der Dorferneuerung (2006 – 2013) sei, die sie begleiten durfte – auch eines der erfolgreichsten Projekte, betonte Marie-Luise Drabke. Nicht nur, dass der Verein noch bestehe, blühe und gedeihe, man habe auch durch Förderung der Dorferneuerung Räume zur Zusammenkunft und zum Lagern geschaffen.

In einem kurzen Rückblick in die Zeit der Vereinsgründung am 13. März 2008 erwähnte sie die ersten Aktivitäten, die in die Gründung des Vereins mündeten.

Der (Gründungs-)Vorstand sei zehn Jahre fast derselbe, die engere Mannschaft im Wesentlichen auch. Das sei nicht selbstverständlich, sondern zeuge von Kontinuität und Ausdauer. Neue Ideen und neue Initiativen würden aufgegriffen, bewertet und weitergeführt. Es bildeten sich Traditionen heraus, neue Mitglieder habe der Verein geworben. Neben der vielen mehr „trockenen“ Arbeit im Hintergrund wie Organisations- und Führungsaufgaben sowie Presse- und Foto-Dokumentation sei aber die Freude an der Arbeit im Verein zu spüren – am gemeinsamen Erfolg und dem großen Zuspruch in der Bevölkerung.

Als Aktivitäten des Häzemer Dorf- und Kulturvereins nannte die ehemalige Leiterin für Dorf- und Regionalentwicklung unter anderem das Sammeln von Unterlagen zur Habitzheimer Geschichte(n) sowie von Fotos und Unterlagen der Habitzheimer Bevölkerung und die Archivierung, außerdem Besuche in den Archiven in Bronnbach, Darmstadt, Marburg und Otzberg. Hieraus hätten sich eine Vielzahl von Themen ergeben wie Geschichte allgemein, die Schulen, Gaststätten, Geschäfte, Hausnamen, Gewann-Namen, Brunnen, „Burg-Schloss-Hofgut“, Verwandtschaftsverhältnisse und ganz aktuell die Habitzheimer Ausdrücke. Für die Habitzheimer Bevölkerung und die Öffentlichkeit habe es Informationen gegeben durch Vorträge zu vielfältigen Themen auch mit auswärtigen Referenten, Ausstellungen, „Verzäihl emol ebbes“-Abende, Unterricht in der Habitzheimer Hasselbachschule über die Geschichte von Habitzheim sowie durch Rundgänge an der Kerb und bei Klassentreffen und zu privaten Angelegenheiten, bei denen die Habitzheimer Geschichte den Besuchern nahegebracht werde. Marie-Luise Drabke wies auch auf die Veröffentlichungen des Häzemer Dorf- und Kulturvereins hin wie unter anderem die drei Bände „Habitzheimer Geschichten“. Sie erinnerte ferner auch an die aktive Mithilfe und Beratung des Vereins beim Erstellen der Chronik zur 750-Jahrfeier, die Installation von blauen Tafeln an den denkmalgeschützten Gebäuden, die Restaurierung des Gasthausschildes „Zum goldenen Engel“ sowie an die Ausgrabung und Aufstellung von alten Grabsteinen. Erwähnenswert fand sie als besondere und jährlich wiederkehrende Ereignisse für die Bevölkerung den Rundgang am Beginn der Kerb, die Kerbumzüge mit ihren Themen, die Mundartabende am Kerbmontag, die Wanderung zwischen den Jahren, das Brotbacken in der Tannenmühle und die Ausflüge in Museen und zu historischen Stätten, ebenso die Malwettbewerbe in Schule und Kindergarten.

Zum Schluss ihrer Festansprache zeigte sich Marie-Luise Drabke mehr als beeindruckt über die Vielfalt der Aktivitäten des Häzemer Dorf- und Kulturvereins. Nach wie vor sei man reich an Ideen, viele Projekte würden angedacht oder sich bereits in Arbeit befinden. Die Aktiven hätten bei ihren vielfältigen Tätigkeiten natürlich nichts gegen die Mitarbeit durch tatkräftige junge Leute, gegebenenfalls durch Unterstützung bei einzelnen Arbeiten oder Mitarbeit an einzelnen Projekten. „Der ‚harte Kern‘ ist über zehn Jahre zusammengeblieben und hat für seine Arbeit viel Zuspruch aus der Bevölkerung erfahren. Der Häzemer Dorf- und Kulturverein hat sich um Habitzheim verdient gemacht“, sagte Marie-Luise Drabke unter dem Applaus der Gäste abschließend.

Das weitere Programm

Zu Beginn der Zehnjahresfeier hatte der 1. Vorsitzende des Häzemer Dorf- und Kulturvereins, Dieter Lehmer, die große Gästeschar begrüßt und der katholischen Kirchengemeinde Habitzheim für die Bereitstellung ihrer Räume für diese Feier gedankt. Er hieß besonders als Ehrengäste Bürgermeister Matthias Weber, die Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte Habitzheim klitzeklein & gernegroß, Sabine Stark, Ortsvorsteher Uwe Mauß und Ex-Bürgermeister Karl Ohlemüller, der bei der Vereinsgründung Ortsoberhaupt von Otzberg war und auch Gründungsmitglied ist, willkommen. Anschließend erfolgte durch Dieter Lehmer die Preisverleihung für den Malwettbewerb unter dem Motto „Was gefällt dir an Habitzheim?“, zu dem der Verein aufgerufen hatte. Der Vorsitzende sprach der Jury mit Heike Renkel, Sabine Adam und Sabrina Eichhorn seinen Dank für die Bewertung der Bilder aus und vergaß in seinen Dankesworten auch nicht die Sparkasse Dieburg und die Volksbank Odenwald für die finanzielle Unterstützung. Preisträger bei diesem Malwettbewerb waren vom Kindergarten Isabella Kolb, Marlene Zimmermann und Enya Aschmann, von der 1. Klasse Mia Schäfer und Leyla Frank sowie Kim Schwaab und Neele Fehr, von der 2. Klasse Valentin Sperling, Yannick Lode sowie Elaina Holota und Leila Spira, von der 4. Klasse Sophia Rödelsperger und Nasko Reichert sowie Johanna Röwenstrunk und von der 5. bis 10. Klasse Eva Juhrig und Zoe Seeger.

Im Namen der evangelischen Kirchengemeinde Habitzheim gratulierte sodann Heidi Domack zum Jubiläum mit Überreichung eines Präsents. Seitens der Gemeinde Otzberg sprach Bürgermeister Matthias Weber seine Glückwünsche aus und ging dabei auf die rund siebzig Vereine in Otzberg ein, die Nachwuchsprobleme bei der Jugend hätten. Der Häzemer Dorf- und Kulturverein habe allerdings mit seinem Kinder-Malwettbewerb alles richtig gemacht und damit die Jugend mit einbezogen. Er lobte die interessante Vereinsarbeit, denn der Häzemer Dorf- und Kulturverein bemühe sich, dass der „alte Kram“ nicht in Vergessenheit gerate. Viele Projekte seien hinsichtlich Geschichte und Tradition durchgeführt worden, und immer wieder gebe es neue Ideen. So würden die Erzählabende des Häzemer Dorf- und Kulturvereins begeistert aufgenommen, rief der Bürgermeister in Erinnerung, der bei der Übergabe eines Präsents dem Verein alles Gute für die nächsten fünfzig Jahre und möglichst viele Ideengeber sowie Macher wünschte, die „den Pflug ziehen und eine gerade Furche zackern“.

Ein Höhepunkt des Nachmittags war der Auftritt von Marlene Schwarz aus Brensbach, der als Herta Wacker ein origineller Mix aus Kabarett, Comedy und Klamauk gelingt – ausgestattet mit Hut, Dauerwellenperücke und mit ihrer dicken Hornbrille. Sie berichtete über Gemeinsamkeiten von Brensbach und Habitzheim und lobte die Homepage des Häzemer Dorf- und Kulturvereins, die besser sei als diejenige der Gemeinde Brensbach. In lustiger Art und Weise erzählte sie von den Vereinsaktivitäten und meinte, dass sie den Vorsitzenden Dieter Lehmer noch nie habe hochdeutsch sprechen hören, deswegen sei der Häzemer Dorf- und Kulturverein gegründet worden. Herta Wacker gelang es, einen vergnüglichen Beitrag zur Zehnjahresfeier zu leisten und bekam hierfür den wohlverdienten Beifall. Zum Schluss des offiziellen Teils dankte Dieter Lehmer allen Gästen für ihren Besuch, den Helferinnen und Helfern für die Unterstützung und vor allem Josef Leo Jakob, der eine Foto-Präsentation über die Tätigkeiten des Vereins für die Zehnjahresfeier zusammengestellt hatte. Bei selbstgebackenem Kuchen und Kaffee waren die Gäste noch in gemütlicher Runde zum Ausklang dieser Feier zusammen.

10 Jahre Häzemer Dorf- und Kulturverein 2008 e.V.

(gk) Der Häzemer Dorf- und Kulturverein lädt am Sonntag, dem 18.11.2018, zu einer Veranstaltung anlässlich seines 10-jährigen Bestehens ein.

Die Feier startet um 14.00 Uhr im katholischen Pfarrheim in Habitzheim.

Um 14.30 Uhr erfolgt die Prämierung zum Malwettbewerb „Was gefällt dir an Habitzheim?“, zu dem der Verein aufgerufen hatte. Dabei werden auch Spenden an die Hasselbachschule und an den Evangelischen Kindergarten überreicht.
Gegen 15.00 Uhr wird die ehemalige Leiterin für Dorf- und Regionalentwicklung des Landratsamtes Darmstadt-Dieburg, Marie Luise Drabke, in einem Vortrag die vergangenen zehn Jahre des Vereins Revue passieren lassen. Gratulantenvorträge werden sich anschließen.

Marlene Schwarz alias Herta Wacker präsentiert den Verein in ihrer ganz persönlichen Art dann um 16.30 Uhr.
Zudem können die Gäste sowohl eine Foto-Präsentation über die Aktivitäten des Vereins von Josef Leo Jakob als auch einige Arbeiten des Malwettbewerbs betrachten. Selbstgebackener Kuchen und Kaffee runden den Nachmittag kulinarisch ab. Die Veranstaltung wird gegen 18.00 Uhr enden.
Der Verein freut sich über viele Gäste.

 

 

Wer kennt de Unnerschied zwische Oos und Schinnoos?

(gk) Diese und andere Fragen wurden beim gut besuchten Erzählabend des Häzemer Dorf- und Kulturvereins geklärt. Zur Einleitung des Abends stellte Heinrich Eichhorn nochmals die aus den zuvor stattgefundenen Treffen erstellte Liste der Häzemer Ausdrigg vor. Alphabethisch ging es von der Abe-Migge über Doppsch und Dunnerkeil, von Hinkelsbie über Klumbe und Kläisbrie, vom Mumbel über Labbeduddel und Schluri bis hin zum Weljerholz. Die linke Spalte wurde mit Mundartbegriffen gefüllt, die rechte mit der Übersetzung in das Hochdeutsche.
Ruth Juhrig, die an diesem Abend die Schriftführung der Liste am PC übernommen hatte, hatte alle Hände und Ohren voll zu tun, die vielen Anregungen der Gäste aufzunehmen. „Schreib des mit zwaa ‚b‘!“ „Sou schwätzt mer’s äwwer aach.“ „Wou häbbt ehr donn de Woaeraodsnouel? Der fehlt aach noch.“ So ging es den gesamten Abend. Es wurde dabei heftig diskutiert, wie man ein Wort in Mundart schreibt oder auch ausspricht. Das war schon Mundart für Fortgeschrittene! Auch das Füllen der rechten zugehörigen Spalte mit den passenden Hochdeutschausdrücken war nicht immer einfach. Die Meinungen gingen dazu öfters auseinander. Es kamen Themen wie die Emanzipation dabei zur Sprache, wenn es beispielsweise um die Kanallje ging. Wird dieser Begriff nur dem weiblichen Geschlecht zugeordnet oder gibt es auch männliche Kanalljen? Nach heftiger Diskussion verwendete man dann doch allgemein „Person“, und alle waren damit zufrieden. Selbst Verwandtschaftsverhältnisse wurden diskutiert. Da ging es um Verrer und Wäse, um Onkel und Base und andere Verwandte. Beim Oos und beim Schinnoos entschied man sich dann für halbböse und freche, böse Frau. Diese Entscheidung fiel schnell.
Für viel Gelächter sorgten die Mundartbegriffe aus dem Tierreich: Emmeze, Mollwert oder auch Abe-Migge. „Mit wieviel ‚k‘ schreibt man Schoggelgaul?“ „Mit zwei ‚g‘!“ Da blieb kein Auge trocken.
Begriffe aus der Natur waren mit Brombel, Konnstrauwe, Ärbel, Wasserlatsche oder auch den Paonsee (wie schreibt sich denn das nur in Mundart?) vertreten.
Nach und nach wurde die Liste um viele Ausdrücke aus der Häzemer Mundartwelt ergänzt. Die angekündigten Redensarten wurden aus Zeitgründen auf einen anderen Abend vertagt.
„Ein gelungenes Event“, so Dieter Lehmer bei der Verabschiedung der Gäste. Dabei wies er auch schon auf die nächste Veranstaltung des Vereins hin: „Am 18.11.2018 findet eine kleine Feierstunde zum 10-jährigen des Häzemer Dorf- und Kulturvereins statt. Dabei werden zwei Festrednerinnen auftreten, die Prämierung des Malwettbewerbs wird stattfinden und selbstverständlich gibt es auch wieder Kaffee und Kuchen zur Stärkung.“ Termin vormerken!