Schäi woar’s!

(gk) Den Mundartkünstler Pitt Dotterweich erwartete ein voll besetztes Zelt am Kerbmontag anlässlich des Mundartabends des Häzemer Dorf- und Kulturvereins.
Mit seinem Programm „Kumm isch haid nidd, kumm isch meuje“ traf der Interpret den Geschmack seines Publikums. Als „ausgewanderter Otzberger“ –  so wurde er vom Vorsitzenden Dieter Lehmer vorgestellt – erzählte er zu Beginn vom Erstaunen bei seinem ersten Schultag, als er merkte, dass es noch eine andere Sprache, nämlich Hochdeutsch, gab. Er kannte zuvor nur den schönen Ourewäller Dialekt. „Worschtsupp un Werschtchen wurden dem Lehrer damals mitgebracht“, so berichtete Pitt Dotterweich weiter vom Schulalltag. Mit Gedichten und Liedern im Wechsel erheiterte er sein Publikum, unter ihnen auch Fritz Ehmke von den Mundartfreunden Südhessen, der ebenfalls anwesend war, mit vielen Weisheiten. So auch die, dass der Ourewäller in der ganzen Welt bekannt sei, und „vunn Natur aus schäi“. Er sei auch etwas Besonderes, wunderbar vom lieben Gott gemacht.
Manche seiner Anekdoten ließ kein Auge trocken: „Städter wisse nit, wie Kartoffel aussäihe. Sie kame immer nur Sunndaogs in de Ourewaold“, so Pitt Dotterweich. Als ein Städter einmal Schweine auf der Wiese sah, fragte er den Bauern, wo diese denn überwintern würden. Der Ourewäller daraufhin ganz trocken: „Unser Sei iwwerwintern in Bichse un Gläser.“ Kulinarisch ging es dann mit dem Handkäs-Lied und dem Lied vom Getränkeunfall weiter. Medizinisch berichtete er dann, dass die Oma einmal Fieber in Höhe von Mirabellen hatte, da man nur das Thermometer des Einkochtopfes zum Messen zur Verfügung hatte. Bunt gemischt ging es mit verschwundenen Katzen, Intimfrisuren und Baustellenarbeiten weiter. Für alles hatte Pitt Dotterweich eine Geschichte oder ein Lied parat. Da es ihm „uff die Minut nidd oukimmt“, gab er gerne eine Zugabe. Mit dem lustigen Lied „Wer nie aon seift und nie aon schluckt, un nidd noch aonnern Weiwer guggd, mit dem stimmt was nidd“ beendete er sein Programm und hinterließ ein rundum zufriedenes Publikum. Hier hatte alles gestimmt.

 

Unterhaltsame Geschichtsstunde mit Heinrich Eichhorn

(gk) Der erste Vorsitzende des Dorf- und Kulturvereins Dieter Lehmer konnte beim historischen Dorfrundgangs anlässlich der Häzemer Kerb annähernd 100 Teilnehmer begrüßen. Man erkennt, dass das Interesse an der Dorfgeschichte sehr groß ist.
Gut darauf vorbereitet startete Heinrich Eichhorn – passend zur Kerb/Kirchweih – mit der Geschichte der beiden Habitzheimer Kirchen. „Bereits in einem Dokument aus dem Jahr 1307 wird eine Kapelle erwähnt“, so Heinrich Eichhorn. „Über das Aussehen und das Baumaterial ist leider keine Angabe vorhanden.“ Dass diese Kapelle 1348 dem Haus Bickenbach gehörte, findet sich in einem anderen Eintrag, der sich heute im Bronnbacher Archiv befindet. Als weiteres wichtiges Datum für die Habitzheimer Kirchengeschichte gilt der 19. September 1412. Hier erfährt man im Archiv dazu, dass die Kapelle dem Schenk zu Erbach gehörte und dem Heiligen Cyriakus geweiht wurde. Es liegen für die folgenden Jahre einige Angaben zu Schenkungen, Verkäufen, Testamenten und Kircheninventar vor. So wird beispielsweise ein Besitzwechsel im Jahr 1528 angezeigt: Schenk Valentin von Erbach verkaufte seine Hälfte für 9000 fl. an den Grafen Friedrich von Löwenstein. Die Grafen von Löwenstein wurden so Alleineigentümer von Burg und Lehen in Habitzheim.
„1542 wird die Reformation in Habitzheim eingeführt“, so Heinrich Eichhorn weiter. „Und 1622 überfiel Landgraf Ludwig V. von Hessen-Darmstadt das Amt Umstadt und Otzberg, damit auch Habitzheim, und zog diese unter seine Herrschaft. 1632 gab es eine Beschwerde beim Kurfürsten, da in Habitzheim während des Krieges Tanz abgehalten wurde. Ob es sich hierbei um den Kerbtanz handelte, steht nicht dabei“, so Heinrich Eichhorn schmunzelnd.
1636 war die Kirche nach dem Durchzug der Schweden stark beschädigt. 1648 – nach dem Westfäischen Frieden – wurde der katholische Gottesdienst in der Schlosskapelle abgehalten, meist von Kapuzinerpatres aus Dieburg. Am 22. Juni 1728 wurde der Grundstein für eine neue Kirche gelegt, bereits 1729 erste Gottesdienste in ihrem Rohbau abgehalten, und am 17. September 1741 wurde sie als neue evangelisch-lutherische Kirche eingeweiht. „Damals vermutlich mit einem Zwiebelturm, wie auf einem alten Gemälde zu sehen ist“, ergänzte Heinrich Eichhorn die Geschichte.
Dass in Habitzheim schon früh Kirchweih gefeiert wurde, zeigt ein Eintrag aus dem Jahr 1780. Er beschreibt, dass ein Ortspolizist Streit zwischen Kerbbesuchern schlichten musste. Am 7. August 1783 schlug ein Blitz in den Kirchturm ein und richtete große Schäden an. Es kam zur Errichtung eines neuen Dachs. 1858 wurde im Burggraben eine katholische Kirche gebaut. Die Einrichtung wurde aus der Schlosskapelle übernommen. „Weiteres dazu biete ich gerne an einem Erzählabend an“, lud der Ortsgeschichtler ein.
Die Gruppe verließ damit das Kirchenensemble und ging weiter die Langgasse entlang. Den ersten Stopp markierte die Hasselbachbrücke. Der Hasselbach ist zwar aktuell ohne Wasser, hat aber dafür endlich wieder seinen amtlichen Namen Hasselbach. Das Wasser kommt bestimmt auch wieder.
„Früher war hier ein Wasserrad, das die Maschinen einer Schreinerei antrieb. Daher vermutlich auch der Hausname „Beschschreuner“, so der Vortrag weiter. Damals war hier auch die Post untergebracht, heute befindet sich eine Bäckerei dort. Gegenüber führte früher ein Fußweg zum jüdischen Gebetshaus, heute das Gelände der Familie Büchler, ehemals Gaststätte „Zum goldenen Engel“. Direkt in Nachbarschaft gab es noch bis 2014 das Gasthaus „Zur Brücke“, von den Häzemern meist liebevoll „Bedda“ genannt. Bedda war die damalige Hausherrin Elisabetha Pfuhl geb. Gumpinger aus Groß-Umstadt und Ehefrau des Peter Anton Pfuhl, genannt „Beschpejrer“, der außer Wirt noch Lebensmittelhändler, Landwirt und Maurer war.
So zog Heinrich Eichhorn mit seinem Gefolge die gesamte Langgasse entlang und präsentierte dabei die alten Hausnamen und die Berufe, die früher in den einzelnen Anwesen ausgeübt wurden. Er erläuterte die Hausnamen „Stumbe“, „Fohneschmied“, „Kawwer“, „Dörrebecker“, „Hennersrappe“, „Jäisch“, „Schuchmanns“, „Bäckerhennriche“, „Pejreantons“, „Hansfelder“ und viele mehr.

„Viele Häuser hatten damals noch breite Eingangstreppen, an manchen war ein Brunnen davor“, informierte Heinrich Eichhorn weiter. An Berufen fanden sich in der Langgasse unter anderen die folgenden: Bierbrauer, Schmiede, Wagner, Brenner, Landwirte, Spengler, Bader, Korbmacher und Schultheiße. So gab es beispielsweise Textilgeschäfte, Lebensmittelgeschäfte, Metzgereien, und Bäckereien, die damals die Langgasse belebten.
Die Gruppe legte noch zwei längere Stopps an der Schule und am Friedhof ein. Die Schule wurde 1577 als Adelshaus der Gans von Otzberg erbaut und diente später als fürstliches Rentamt. 1888 wurde sie nach Umbau zur evangelischen Schule und in den 60er-Jahren war die Bürgermeisterei von Habitzheim dort untergebracht. Heute stellt das Anwesen die Hasselbachschule dar.
Am Friedhof mit seinem Torbogen, auf dem die Jahreszahl 1603 steht, zeigte Heinrich Eichhorn den Teilnehmern die alten Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die im alten Geräteschuppen untergebracht sind. „Beim ältesten Grabstein aus dem Jahr 1611 handelt es sich um den der Catharina Buchmann, der Ehefrau des Valentin Buchmann. Dieser war damals Keller von Habitzheim“, berichtete der Ortskundler.
Nach seinen Ausführungen stand Heinrich Eichhorn noch für einige Fragen zur Verfügung, bevor die Gruppe wieder Richtung Festplatz zog, um die Kerb dort weiter zu feiern.

Kerb beim Häzemer Dorf- und Kulturverein

Historischer Dorfrundgang an der Häzemer Kerb

Historischer Dorfrundgang an der Häzemer Kerb

(gk) Der Häzemer Dorf- und Kulturverein lädt auch in diesem Jahr wieder zu seinem historischen Dorfrundgang ein. Er findet am Freitag, 06.09.2019, um 18.00 Uhr statt.
Vorstandsmitglied Heinrich Eichhorn übernimmt traditionell wieder die Führung und startet dazu am Treffpunkt „Freier Platz“.
Bezug nehmend auf die „Kirchweih“ wird er sich besonders der Habitzheimer Kirchengeschichte widmen. Der Rundgang startet am Hasselbach in Richtung Langgasse. Dort wird Heinrich Eichhorn Geschichten zu einzelnen Häusern präsentieren. Bei einem Stopp am Friedhof können die Teilnehmer im historischen Geräteschuppen alte Grabsteine aus dem 17. Und 18. Jahrhundert bestaunen. Fragen zur Ortsgeschichte werden wieder gerne beantwortet.
Der Rundgang bietet auch in diesem Jahr viele interessante Dorfgeschichten an. Daher stellt er sowohl für Einheimische als auch für Neubürger eine Bereicherung dar.
Für die Stärkung danach ist im Festzelt reichlich gesorgt.

Teilnahme am Umzug

(gk) Der Verein nimmt auch in diesem Jahr wieder am Umzug der Kerb teil. Er wird anhand von Plakaten auf seine Aktivitäten und seinen neuen Band der Häzemer Geschichten „Häzemer Ausdrigg und Werder“ hinweisen. Teilnehmer, gerne auch Nichtmitglieder, sind herzlich willkommen. Ein Kostüm oder sonstige Requisiten sind in diesem Jahr nicht erforderlich. Der Treffpunkt zur Aufstellung ist am Sonntag, 09.09.2018, um 13.30 Uhr in der Ringstraße.

Mundartabend beim Kulturverein „Kumm isch haid nidd, kumm isch meuje“

(pd,gk) Diese Mundart-Redewendung trifft für den Kerbmontag, 9. September, in Habitzheim nicht zu, denn Pitt Dotterweich hat sein Kommen für den Mundartabend des Häzemer Dorf- und Kulturvereins fest zugesagt.
Comedy und Entertainment sind heute über Smartphone rund um die Uhr verfügbar. Die Großen der Zunft füllen mit ihren auf Massentauglichkeit gestylten Programmen deutschlandweit die Hallen. Doch eines können sie nicht bieten: Lokalkolorit. Das können die Kleinkünstler vor Ort, die beste Unterhaltung in unverfälschter Mundart bieten, und sich dabei nicht immer ganz so ernst nehmen.
So wie der Ueberauer Pitt Dotterweich, der an diesem Abend sein 2018 erschienenes Buch kurz vorstellen wird. Des Weiteren gibt er in erheiternder Weise, versehen mit vielen heimischen Erlebnissen, dem „Odenwälderischen“ eine Stimme und ein Gesicht. Witzig, oft mit verstecktem Humor, aber auch bewusst mit ein wenig provozierenden Liedern, Gedichten und Texten, gestaltet er seine Beiträge. „Ich nehme mich selbst nicht immer ernst und kokettiere mit unserer Mundart“, beschreibt der Iwweroer sein Schaffen.
Der Mundartabend beginnt um 19.00 Uhr im Zelt auf dem Freien Platz in Habitzheim.
Der Eintritt ist frei. Eine Spende im Musikerhut wird dankbar angenommen.

 

 

 

 

Kräuterfrauen und -männer aufgepasst!

(gk) Traditionell bietet der Häzemer Dorf- und Kulturverein wieder seine beliebte Würzborresammlung an. Los geht es am 14. August 2019 um 18.00 Uhr am Freien Platz.
Wie immer werden die Teilnehmer fachkundig geführt durch Flure und Wiesen streifen, um verschiedene Kräuter für die sogenannte Würzborre zu sammeln. Für das Zusammenstellen des Kräuterstraußes sind mitgebrachte Messer oder Scheren hilfreich.
Noch ein Hinweis: Wer seine Würzborre segnen lassen möchte, hat am 15. August 2019 beim Gottesdienst in der katholischen Kirche in Habitzheim um 9.00 Uhr Gelegenheit dazu.
Der Verein wünscht viel Spaß beim Sammeln und Wissensaustausch!

Hochmodernes und Antikes im Programm

(gk) Der Ausflug des Häzemer Dorf- und Kulturvereins begann mit einer Führung im Backhaus Bickert. Seniorchef Anton Bickert führte die Gruppe mit viel Leidenschaft und Engagement durch den ca. 4000 m²-Neubau des Unternehmens im Großostheimer Ortsteil Ringheim.
Er präsentierte dabei zunächst die Geschichte des Unternehmens, das im Jahr 1911 durch dessen Vorfahren Adolf Geiß seinen Anfang nahm. 1954 kam als Meilenstein zur Bäckerei noch die Belieferung von Lebensmitteln an kleinere Supermärkte hinzu, die später wieder eingestellt wurde, da diese immer mehr durch große Märkte verdrängt wurden. „Im Jahr 1990 hatten wir ca. fünfzehn Geschäfte, heute sind es fast 50 Verkaufsstellen“, so Anton Bickert. Die Begriffe Tradition, Regionalität, Hochwertigkeit und Saisonalität fielen immer wieder in seinen Ausführungen und sind ihm sehr wichtig. Die Gruppe bekam einen Gesamtüberblick über die einzelnen Abläufe der jeweiligen Produkte. Hochmoderne – großteils computergesteuerte – Maschinen, Kühlhäuser, Klimaanlagen, Fertigungsbänder und vieles mehr wechselten sich bei dem Rundgang durch die Hallen ab. Interessant für die Teilnehmer waren auch die Einzelheiten zu den Arbeitszeiten, Zulieferern, Mengenangaben, Produkten, Auslieferungen und zur umfangreichen Logistik, die hinter den Prozessen steckt. Die Vielfalt der Produkte bringt zwangsläufig eine Palette an verschiedenen Maschinen, Arbeitsabläufen und Zutaten mit sich. Dass Hygiene dabei oberstes Gebot ist, ist selbstverständlich. „Es gibt auch eine historische Verbindung von uns zur Tannenmühle in Habitzheim“, konnte Anton Bickert berichten. „Mein Urururgroßvater hatte damals Geschäftsbeziehungen mit der Mühle“, so der Seniorchef schmunzelnd.
Nach ca. 90 Minuten schloss Anton Bickert seine Führung mit einem kleinen Give-away in Form einer Kostprobe seiner Produkte für die Gäste, die beeindruckt und um einiges Wissen mehr zum Mittagessen zur Brauereigaststätte Eder-Keller in Großostheim fuhren.
Im Bachgaumuseum im Fachwerkhof Nöthigsgut am Marktplatz, einem ehemaligen Lehenshof der Mainzer Dompröpste, begrüßte dann der Leiter des Museums Ewald Lang die Gruppe mittags zu einer Führung.
Die Exponate des Museums füllen etwa 1100 m² Ausstellungsfläche. Die Gruppe hatte daher viel zu sehen.  Los ging es direkt am Eingang mit einem aufgebauten alten Krämerladen. Viele historische Werbetafeln umrahmten ihn und ließen bei vielen Kindheitserinnerungen hochkommen. Diese wurden auch durch die vielen großen und kleinen Geräte aus Landwirtschaft und Handwerk, die in den nächsten Räumen folgten, wachgerufen. So sorgte auch das sofortige Wiedererkennen einer Transmission, d.h. eines historischen Riemengetriebes, für Erheiterung. Pflüge, Dresch- und Drillmaschinen, Ölmühlen und der ins Auge stechende Schweinetransporter seien hier beispielhaft genannt. Ewald Lang präsentierte die Gegenstände mit viel Wissen und Humor. So streute er auch viele Redensarten bzw. Dialektwörter und deren Herkunft in seinen Vortrag. „Woher kommt der Ausdruck ‚Labbeduddel‘? Weiß das jemand?“, so Ewald Lang mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. „Der Begriff ‚Labbeduddel‘ kommt von dem Lappen, der mit Schnaps und Zucker getränkt wurde, damit Säuglinge ‚eiduddele‘ (einschlafen). Das war der Vorläufer vom Schnuller“, folgte seine Erklärung, nachzulesen bei Wilhelm Buschs „Der Schnuller – Kapitel 1“. Viel Vergnügen bereitete den Gästen auch der Vergleich des „Äisdmerisch“ (Ostheimerisch) mit dem „Häzemer“ Dialekt, beispielsweise das „houn“ und das „häwwe“.
Mit solchen Hinweisen ging die Führung kurzweilig zu den aufgebauten Werkstätten und Gerätschaften von Seilern, Tünchern, Wagnern, Schmieden, Bierbrauern usw.
Beeindruckend waren auch die Abteilungen „Bürgerliches Wohnen“ und die kirchlichen Ausstellungsstücke: Flügelaltar, Grossostheimer Krippchen, Messbücher, Bibeln und vieles mehr. Den Abschluss bildeten Textilien, darunter die „Stehsaach-Hose“ für Frauen und die bekannten Liebestöter, die Schneiderei und die Puppensammlung. Nähere Informationen befinden sich auf der Homepage des Museums unter www.bachgaumuseum.de.
Der gelungene Tag wurde zu guter Letzt von den Teilnehmern mit einem Eis auf dem Marktplatz gekrönt.

 

Ab nach Bayern

(gk) Der Häzemer Dorf- und Kulturvereins lädt für Sonntag, den 14.07.2019, zu einem Ausflug in das unterfränkische Großostheim ein.
Dazu treffen sich die Teilnehmer um 10.00 Uhr auf dem Freien Platz in Habitzheim, um Fahrgemeinschaften zu bilden.
Das Programm startet in Großostheim um 11.00 Uhr mit einer Führung beim Backhaus Bickert. Das anschließende Mittagessen findet in der traditionsreichen Brauereigaststätte Eder-Keller in Großostheim statt.
Danach steht ein Besuch im Bachgaumuseum an. Es befindet sich auf Initiative des Geschichtsvereins Grossostheim e.V. seit 1975 im Fachwerkhof Nöthigsgut am Marktplatz, einem ehemaligen Lehenshof der Mainzer Dompröpste. Die Exponate des Museums füllen etwa 1100 m² Ausstellungsfläche und betreffen schwerpunktmäßig Handwerk und Landwirtschaft der Bachgauregion. Bei der Führung um 14.00 Uhr können dreizehn Abteilungen besucht werden. Sie behandeln unter anderem die Themen Bekleidungsindustrie, bürgerliches Wohnen und Bierbrauen.
Nähere Informationen befinden sich auf der Homepage des Museums: www.bachgaumuseum.de.
Die Rückfahrt ist gegen 17.00 Uhr. Die Kosten belaufen sich auf ca. 2,50 € (Museum).
Der Verein bittet um Anmeldung bis zum 07.07.2019 bei Dieter Lehmer (0176 61462399), bei Gabriele Kaufmann (06162 72727) oder per E-Mail an hduk_kaufmann@phgk.de.
Die Teilnehmer erwartet ein informativer und unterhaltsamer Tag. Kommen Sie mit!

Dem Jubiläumsjahr folgt ein ereignisreiches 2019

(gk) Die Mitgliederversammlung wurde von den vielen Aktivitäten des Vereins geprägt.
Nach einem Grußwort an die Anwesenden und dem anschließenden Gedenken an die Verstorbenen des Vereins konnte Dieter Lehmer als erster Vorsitzender des Häzemer Dorf- und Kulturvereins ein ganzes Bündel an Ereignissen aus dem Jubiläumsjahr 2018 vortragen.

Im ersten Quartal stand die Mitgliederversammlung mit den Neuwahlen des Vorstandes und die Umsetzung der neuen Datenschutzverordnung durch den Verein im Mittelpunkt. „Der Umgang mit Fotos für die beabsichtigten Publikationen bedarf sorgfältiger Prüfung und Abwägung. Dies wird uns noch weiterhin vor größere Probleme stellen“, so Dieter Lehmer zu diesem Thema.

Das Brotbacken in der Tannenmühle im April war eindeutig der Höhepunkt im zweiten Quartal des Jahres. Das gute Wetter hatte dem Verein eine so große Besucherschar beschert, so dass der kleine Verein regelrecht überrollt worden war. Für die Planung der Veranstaltung in diesem Jahr wird man die Organisation entsprechend anpassen.
Neue historische Wegetafeln wurden vom Betriebshof der Gemeinde Otzberg angebracht, und die Entwicklung eines Wegekonzepts rund um Habitzheim wurde angestoßen, dem Ortsbeirat vorgestellt und von den Betroffenen zur Umsetzung freigegeben.
Im Sommer führte der Verein einen sehr gut gelungenen und besuchten Ausflug nach Babenhausen durch, dem im August die traditionelle Würzborresammlung folgte.
Der September stand mit Ortsrundgang, Teilnahme am Umzug und Mundartabend ganz im Zeichen der Kerb. Alle Veranstaltungen dazu wurden von den Gästen wieder sehr gut angenommen.
Am Mundartabend fand auch die Verleihung des ersten „Häzemer Leo“ an den langjährigen Habitzheimer Postboten Werner Zulauf statt. Der Verein hatte diesen Preis ins Leben gerufen, um Personen zu ehren, die in besonderer Weise für den Ort eintreten bzw. eingetreten sind.

Das 10-jährige Bestehen des Vereins wurde dann mit einer Veranstaltung plus Malwettbewerb im November gefeiert. „Mit dem Malwettbewerb haben wir es geschafft, die Jüngeren in unserer Gemeinde zum Mitmachen anzuregen. Tolle Bilder, tolle Preise, leuchtende Kinderaugen und erfreute Eltern waren ein prima Erfolg für den Verein“, referierte Dieter Lehmer stolz. „Die Redner haben auf ihre Art und Weise, zusammen mit der wunderbaren Kuchentheke, die Veranstaltung hervorragend abgerundet“, so Dieter Lehmer weiter.
Selbstverständlich wurden wieder einige Verzäihl-emol-ebbes-Abende abgehalten, denen mittlerweile ein Stammpublikum die Treue hält. Den Jahresabschluss bildete traditionell die Jahresabschlusswanderung.
Dieter Lehmer dankte allen Helfern, insbesondere dem Vorstand, der katholischen Kirchengemeinde, dem Betriebshof der Gemeinde Otzberg, der Familie Haas von der Tannenmühle und allen Kuchenspendern, die die Veranstaltungen des Vereins ermöglichten.

Nach diesem ausführlichen Bericht berichtete der Kassenwart Robert Galli über den Part Finanzen. Erfreut teilte er mit, dass die Mitgliederzahl mittlerweile auf 90 angestiegen sei.
Antonia Kluge und Max Lehmer, die die Geschäftsprüfung vorgenommen hatten, bestätigten in einem Bericht, dass der Jahresabschluss korrekt sei, und dass in Folge dessen die Stellung des Antrags auf Entlastung des gesamten Vorstands erfolgen könne. Die Entlastung des Vorstands erfolgte daraufhin einstimmig. Im Anschluss wurden Max Lehmer und Patrick Renkel als neue Geschäftsprüfer gewählt.
Nach der Wahl erfolgte durch den Vorsitzenden der Ausblick auf das laufende Jahr. „Neben den Verzäihl-emol-ebbes-Abenden und einer geplanten Publikation zu den „Häzemer Ausdrigg“ wollen wir die Umsetzung eines Wegekonzeptes rund um Habitzheim angehen“, startete Dieter Lehmer. „Dabei geht es neben Standorten, Bänken und Abfallbehältern auch um die Pflege. Eine entsprechende Dokumentation mit Beschilderung ist von uns auch geplant.“
An Veranstaltungen plant der Verein die folgenden:

  • 05.05.2019: Brotbacken in der Tannenmühle
  • 14.07.2019: Ausflug nach Großostheim
  • 15.08.2019: Würzborresammlung
  • 16.08.2019: Teilnahme an der Otzberg-Woche in Habitzheim
  • 06.-10-09.2019: Teilnahme an der Häzemer Kerb
  • November: Ausstellung
  • 28.12.2019: Jahresabschlusswanderung

 

Alle Termine inklusive der anstehenden Verzäihl-emol-ebbes-Abende werden dann wie gewohnt in der Presse und auf der Homepage des Vereins angekündigt. Da keine Anträge vorlagen, konnte Dieter Lehmer die Sitzung mit folgenden Dankesworten abschließen: „Dieses sportliche Programm erfordert Engagement und Teilnahme von vielen Helfern. Dafür nochmals ein großer Dank an alle, die den Verein mit Arbeitsdiensten, Spenden, Recherchen und Dokumenten unterstützten und weiterhin unterstützen werden.“

 

Interessanter Erzählabend beim Häzemer Dorf- und Kulturverein

(gk) Heinrich Eichhorn präsentierte anlässlich des letzten Erzählabends des Häzemer Dorf- und Kulturvereins einen interessanten Vortrag über die Funde in der Habitzheimer Gemarkung.
Dass Habitzheim schon sehr lange vor der urkundlichen Ersterwähnung 1262 besiedelt wurde, das steht außer Frage. Einen Beweis dafür stellte Heinrich Eichhorn anhand einer Ausarbeitung von Prof. Dr. Britta Ramminger, Universität Hamburg (Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie), vor. Sie beschreibt hierin sehr ausführlich den Bandkeramikstandort auf der „Zimmer(n)er Höhe“ im frühen Neolithikum, der Jungsteinzeit. Gefunden wurden hier unter anderem Werkzeuge und Messerklingen. „Im Denkmalamt des Kreises Darmstadt-Dieburg gibt es eine Liste mit 64 Eintragungen/Fundorten“, so Heinrich Eichhorn in seinem Vortrag. Sie befinden sich beispielsweise in den Habitzheimer Gewannen mit den zum Teil für sich sprechenden Gewannnamen „Im Scherbengrund“, „Im Holzgrund“, „Auf dem Rück“ oder „Am Teufelsgraben“. In den „Katzenäckern“ sind Funde aus der sogenannten Rössener Kultur, der mittleren Jungsteinzeit, datiert zwischen 4790 und 4550 v. Chr., gemacht worden: Steinbeilfragmente, bandkeramische Scherben, Tongefäße und vieles mehr. 1869 fand man „Am Teufelsgraben“ einen Steinsarg mit Glas- und Keramikfunden aus der Römerzeit. Für die Gewannen „Auf dem Rech“ und am „Köpfchen“ konnte Heinrich Eichhorn nach Aufzeichnungen des Habitzheimers Georg Friedrich Brenner mitteilen, dass im Jahr 1885 unter anderem ein sogenannter Altar und irdene Scherben gefunden wurden. „Ober dem Falltor“ wurde 1982 bei Kanalarbeiten ein merowingerzeitliches Gräberfeld entdeckt, das viele persönliche Grabbeigaben enthielt. Die Funde sind teilweise im Museum Schloss Fechenbach in Dieburg zu finden.
Sehr interessant für die Gäste war auch ein Luftbild, das eine Aufnahme der Gewannen „Im Scherbengrund“ und „Ober dem Fischborn“ zeigt. Hier konnte man sehr deutlich ein Viereck mit einem Kreis erkennen, das vermutlich auf ein früheres Wohnhaus mit Brunnen verweist.
Weitere Karten, unter anderem eine Karte über Jungsteinzeitfunde in Hessen oder über die Hügelgräberbronzezeit, bereicherten die Präsentation. Heinrich Eichhorn verwies auch auf einen Brief des Großherzoglichen Denkmalpflegers aus dem Jahr 1907, der über Funde in Habitzheim berichtet. „Das ist ein Nachweis, dass hier die Römer gesiedelt haben“, so der Vortragende. Hier wird auch eine sogenannte „Villa Rustica“ erwähnt.
Ob auch Napoleon in Habitzheim unterwegs war, ist nicht bewiesen. Ein Sondengänger fand jedoch in den Gewannen „Im Dieburger Grund“ und „Im Holzgrund“ Musketenkugeln, die in die Zeit passen würden. „Es fanden hier wohl Schießübungen statt“, so Heinrich Eichhorn weiter.
Aber auch innerhalb des Ortes wurden Funde gemacht. So fand man laut den Aufzeichnungen von Georg Friedrich Brenner hier beim Bau des Felsenkellers (-> Im Stiehel, erbaut zur Eislagerung als Kühlmittel für Getränke usw.) unter anderem einen Steinhammer und einen Steinkeil.
Mit kleinem Bedauern darüber, dass diese Funde auf viele Museen, Archive und Privatpersonen verstreut seien, schloss Heinrich Eichhorn seinen Vortrag.
Damit ging nach einer kurzweiligen und fundierten Präsentation ein interessanter Spaziergang durch die Habitzheimer Zeitgeschichte zu Ende. Mehr davon!

Verzäihl emol ebbes: Funde innerhalb der Habitzheimer Gemarkung

(gk) Der Häzemer Dorf- und Kulturverein lädt für Montag, den 18. März 2019, um 19.30 Uhr zu seinem nächsten Erzählabend in das katholische Pfarrheim, Burggrabenstraße 5, ein.

Funde innerhalb der Habitzheimer Gemarkung sprechen dafür, dass in Habitzheim schon sehr lange vor der urkundlichen Ersterwähnung 1262, die im Hessischen Staatsarchiv vorliegt, Besiedlung stattfand. Heinrich Eichhorn wird daher erstmals über diese Funde in dieser Zusammenstellung referieren. Zuhörer können sich auf einen interessanten Spaziergang durch mehrere Epochen der Habitzheimer Zeitgeschichte freuen.

Einladung zur Mitgliederversammlung 2019

Der Häzemer Dorf- und Kulturverein lädt alle Mitglieder und Freunde des Vereins zur Mitgliederversammlung am Donnerstag, 21. März 2019, um 20.00 Uhr in das Jugendhaus in der Burggrabenstraße 5a, Habitzheim, ein.

Tagesordnung:

  1. Eröffnung und Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden
  2. Totenehrung
  3. Bericht des Vorsitzenden
  4. Bericht des Rechners
  5. Bericht der Geschäftsprüfer
  6. Entlastung des Vorstandes
  7. Wahl der Geschäftsprüfer
  8. Ausblick auf die Veranstaltungen und Aktivitäten 2019
  9. Anträge
  10. Verschiedenes

Anträge zur Tagesordnung können in schriftlicher Form beim 1. Vorsitzenden Dieter Lehmer eingereicht werden.

Diese Mitgliederversammlung bietet eine optimale Plattform zur Information und zum Ideenaustausch der Mitglieder. Hier kann jeder die Vereinsarbeit und die zukünftigen Ziele mitgestalten. Nutzen Sie diese Gelegenheit und bringen Sie sich und Ihre Vorstellungen ein.
Der Verein freut sich darauf, Sie bei der Versammlung begrüßen zu können.

Für den Vorstand: Gabriele Kaufmann