Verzäihl emol ebbes: Erweiterung des Habitzheimer Familienbuches

(gk) Es ist wieder soweit! Der Häzemer Dorf- und Kulturverein lädt am Montag, den 15.05.2017, um 19.30 Uhr in das katholische Pfarrheim zum nächsten Erzählabend ein.
Nachdem das Habitzheimer Familienbuch der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung dank der Autoren Annemarie und Gerhard Heid im letzten Jahr eine umfangreiche Erweiterung erhalten hatte, die zum einen die Aufnahme der katholischen Familien und zum anderen auch viele Korrekturen enthält, bilden diese Inhalte das Thema des Abends.
Heinrich Eichhorn wird den Abend gestalten und dabei über einige Informationen referieren, die nun vorliegen. Sollte es die Zeit zulassen, wird er zusätzlich auf die Herkunft einiger noch heute in Habitzheim existierender Familiennamen eingehen und dabei ebenfalls erläutern, seit wann es diese im Ort bereits gibt. Den Gästen wird somit wieder eine Menge Neues über die Habitzheimer Ortsgeschichte geboten.

Gelungenes Mühlenfest lockte viele Besucher an

(gk) „Wo ist die Backstube?“, „Gibt es noch frischgebackenes Brot?“ und „Wann ist die nächste Mühlenführung?“ waren wohl die am meisten gestellten Fragen der zahlreichen Besucher beim mittlerweile vierten Mühlenfest in der Tannenmühle.

Sehr gerne gaben die fleißigen Helfer, die den Häzemer Dorf- und Kulturverein bei seinem Programm „Mühlenführung und Brot backen“ am Sonntag, 23. April 2017, in der Tannenmühle unterstützten, Antworten darauf. Sie konnten gut nachempfinden, dass die Besucher gerne dem Duft des frischgebackenen Brotes nachgehen wollten.
Der erste Vorsitzende Dieter Lehmer, der seit mehreren Tagen schon vor Ort im Einsatz war und den Ofen am Sonntag bereits ab 7.00 Uhr vorheizte, lieferte als Ehrenamtsbäckermeister sehr gute Ware aus dem Ofen ab. Die Brote kamen direkt zum Verkauf und waren bis ca. 14.00 Uhr ausverkauft. Qualität und hervorragender Geschmack bestätigten diejenigen, die sich an den Kochkäs-, Schmalz- und Bärlauchbutterbroten genüsslich taten. „Der Kochkäs ist ein Traum. Wann habt Ihr den wieder?“, so eine begeisterte Besucherin aus Lengfeld. Ein Gast aus Ueberau, der Habitzheim bisher nicht in so guter Erinnerung hatte, da er in seiner Jugendzeit bei der Häzemer Kerb 1951 schlechte Erfahrungen gemacht hatte – er hatte nach einem Kerbtanz mit einer Häzemerin mit den jungen Häzemer Männern eine kleine handgreifliche Auseinandersetzung gehabt – war ebenfalls voll des Lobes über die Veranstaltung und hat mit Habitzheim anscheinend nun wieder seinen Frieden geschlossen.
Bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen konnte man viele Gespräche von Teilnehmern der Mühlenführung mitbekommen, die von der Mühle und den beiden Mühlenführern Friedel und Reiner Haas begeistert waren. Beiden merkte man die Leidenschaft für das Müllerwesen und ihre Tannenmühle an und sie konnten dabei viel Fachwissen an die Teilnehmer weitergegeben. Die Führungen hatten im Schnitt zehn bis fünfzehn Teilnehmer und erstreckten sich über alle vier Etagen der Mühle. Gastgeberin Doris Haas übernahm gekonnt die Erläuterungen zur Geschichte der Tannenmühle inklusive des alten Backofens, sodass zum Schluss keine Fragen seitens der Gäste mehr übrig blieben.
Über den Tag verteilt kamen annähernd 150 Personen zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Auto zur Mühle. Sie kamen neben Habitzheim beispielsweise aus Groß-Umstadt, Dieburg, Reinheim und anderen Ortsteilen von Otzberg. Dabei fand auch wieder ein geschichtlicher Austausch statt, denn viele Besucher hatten bzw. haben weiterhin eine enge Verbindung zur Tannenmühle.
Fotografisch festgehalten wurde wieder alles vom Vereinsfotografen Josef Leo Jakob, der häufig seine Kamera für gute Motive zücken konnte. Seine Ergebnisse sind wie immer auf der Homepage des Vereins unter http://www.kulturverein-habitzheim.de/ zu finden.

Beim abendlichen Aufräumen sprach Dieter Lehmer nochmals im Namen des Vereins der Familie Haas als herzliche Gastgeber ein großes Dankeschön aus und sprach vielen Gästen aus der Seele mit seinen Worten: „Hoffentlich können wir nächstes Jahr wieder ein so schönes Mühlenfest feiern!“

Brotbacken und Mühlenführung in der Tannenmühle

(gk) Diese beliebte Veranstaltung des Häzemer Dorf- und Kulturvereins findet am Sonntag, 23. April 2017, von 11.00 Uhr bis gegen 17.00 Uhr statt.
Aus dem Steinofen der Habitzheimer Tannenmühle wird es wieder gute Brote und Fladenteilchen geben. Ergänzend kommen Kochkäs- und Schmalzbrote sowie Kaffee und selbst gebackener Kuchen hinzu.
Höhepunkte des Tages sind mit Sicherheit wieder die informativen Mühlenführungen von Friedel und Reiner Haas. Der Verein freut sich auf viele Gäste.

Viele Aktivitäten im Zeichen von Tradition und Mundart

Dieter Lehmer, erster Vorsitzender des Häzemer Dorf- und Kulturvereins, hatte in der diesjährigen Mitgliederversammlung nach Begrüßung der Anwesenden und Ehrung der Verstorbenen viel über das vergangene Jahr zu berichten.
Ein Höhepunkt war wie bereits im Jahr zuvor das Brotbacken in der Tannenmühle. Dieter Lehmer dankte insbesondere der Familie Haas, die dem Verein dies ermöglicht hatte. „Die Mühlenführungen von Friedel und Reiner Haas wurden wieder sehr gut angenommen und zeigen deutlich das große Interesse der Besucher“, so Dieter Lehmer. Leider fand dagegen die Begehung des Friedhofes im Rahmen des Projektes „Gärten der Erinnerung“ des Evangelischen Dekanats auf Grund schlechten Wetters nur wenig Beteiligung. Daher ist im Mai dieses Jahres erneut eine Friedhofführung unter der Leitung von Heinrich Eichhorn geplant, bei der Informationen zum Friedhof und zu den Funden der alten Grabsteinen zur Sprache kommen werden. Zwei große Erfolge waren der Ausflug nach Dieburg mit Museums-, Friedhof- und Klostergartenbesuch und die Aktionen rund um den „Goldenen Engel“. So hat der Verein mit Hilfe von Sponsoren die Restauration des alten Gaststättenschildes des „Goldenen Engel“ übernommen und dank der Eigentümer, Familie Büchler, konnte die Aufstellung des Schildes im Garten des Büchler‘schen Anwesens übernommen werden. Anlässlich des ersten Schloßgassenfestes wurde das Theaterstück „Der Schinderhannes im ‚Goldenen Engel‘ von Habitzheim“, das aus der Feder von Heinrich Eichhorn stammt, von Mitgliedern und Freunden des Vereins aufgeführt und damit das historische Schild in Habitzheim wunderbar eingeführt.
In August fand traditionell wieder die Würzborresammlung unter der Führung von Ursula Balß statt.
Daran anschließend kam im September die Habitzheimer Kerb, an der sich der Verein wieder mit historischem Ortsrundgang, der Teilnahme am Kerbumzug und der Durchführung des Mundartabends beteiligte.
Über das Jahr verteilt fanden wieder mehrere Erzählabende, die so genannten „Verzäihl-emol-ebbes“ statt. „Sie sind in Habitzheim gut eingeführt und sind ein toller Treffpunkt zum Erfahrungsaustausch und zur Sammlung von Informationen“, so Dieter Lehmer weiter.
Den Abschluss des Vereinsjahres 2016 bildeten die Ausstellung im November, die mit Geschichten von Dr. Horst Seeger wunderbar ausgestaltet wurde und zu einem übervollen Saal geführt hatte, und die Jahresabschlusswanderung, zu der sich 41 Teilnehmer einfanden, und die damit immer stärkeren Zuspruch findet.
„Damit wir diese Aktionen alle durchführen können, sind immer viele Helfer notwendig, die uns mit Rat, Tat und finanziellen Mitteln unterstützen. Ihnen danke ich allen. Besonders möchte ich mich bei unserem Vorstand, der Katholischen Kirche Habitzheim und den Helfern bei unseren Veranstaltungen bedanken. Ohne dieses Engagement wäre das alles nicht möglich“, so Dieter Lehmer. „Wir vom Vorstand wünschen uns noch ein paar Aktivisten mehr, die uns unterstützen.“
Nachfolgend erstattete der Rechner Robert Galli seinen Bericht. Er konnte dabei verkünden, dass der Verein aktuell 88 Mitglieder habe. Nach den bekanntgegebenen Informationen der Geschäftsprüfer Friedel Haas und Heike Renkel, vorgetragen von Friedel Haas, bei denen er eine vorbildliche Kassenprüfung bescheinigte, wurde auf dessen Antrag hin dem gesamten Vorstand Entlastung erteilt. Im Anschluss wurden Friedel Haas und Antonia Kluge als neue Geschäftsprüfer gewählt.
An die Wahl anschließend gab Dieter Lehmer einen kurzen Überblick über die geplanten Aktivitäten des Vereins im laufenden Jahr:

  • 04.2017: Brotbacken und Mühlenführung in der Tannenmühle
  • 06.2017: Ausflug nach Babenhausen (Stadtführung und Museumsbesuch)
  • 08.2017: Würzborre-Sammlung
  • 09.2017: Ortsrundgang im Rahmen der Häzemer Kerb
  • 09.2017: Mundart-Abend
  • 11.2017: Veranstaltung
  • 12 2017: Jahresabschluss-Wanderung

Verzäihl-emol-ebbes-Abende sind für Mai, Juli und Oktober geplant. Selbstverständlich erfolgen dazu zeitnahe Informationen in der Presse und im vereinseigenen Newsletter. Dazu auch nochmals der Hinweis, dass alle Termine sowie weitere Informationen, historische und aktuelle Fotos, Aktivitäten und vieles mehr auf der Homepage unter www.kulturverein-habitzheim.de zu finden sind.
Dieter Lehmer beendete die Sitzung mit dem Dank an die Anwesenden für ihr Kommen und die aktive Teilnahme und verwies dabei nochmals auf alle Personen, die den Verein mit Arbeitsdiensten, Spenden, Recherchen und Dokumenten unterstützten.

                                                     gk

 

Einladung zur Mitgliederversammlung 2017

Der Häzemer Dorf- und Kulturverein lädt alle Mitglieder und Freunde des Vereins zur Mitgliederversammlung am Donnerstag, 23. März 2017, um 20.00 Uhr in das katholische Pfarrheim in Habitzheim ein.

Tagesordnung:

  1. Eröffnung und Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden
  2. Totenehrung
  3. Bericht des Vorsitzenden
  4. Bericht des Rechners
  5. Bericht der Geschäftsprüfer
  6. Entlastung des Vorstandes
  7. Wahl der Geschäftsprüfer
  8. Ausblick auf die Veranstaltungen und Aktivitäten 2017
  9. Anträge
  10. Verschiedenes

Anträge zur Tagesordnung können in schriftlicher Form beim 1. Vorsitzenden Dieter Lehmer eingereicht werden.

Diese Mitgliederversammlung bietet eine optimale Plattform zur Information und zum Ideenaustausch der Mitglieder. Hier kann jeder die Vereinsarbeit und die zukünftigen Ziele mitgestalten. Nutzen Sie diese Gelegenheit und bringen Sie sich und Ihre Vorstellungen ein.
Der Verein freut sich darauf, Sie bei der Versammlung begrüßen zu können.

Für den Vorstand: Gabriele Kaufmann

 

Jahresabschlusswanderung mit den Kulturfreunden

Der Häzemer Dorf- und Kulturverein lädt für Mittwoch, 28.12.2016, alle Mitglieder und Freunde des Vereins zu seiner traditionellen Jahresabschlusswanderung ein. Der Treffpunkt ist um 10.30 Uhr am Freien Platz.
Das Ziel ist das Anglerheim am Ortseingang von Groß-Zimmern. Hier ist gegen 12.30 Uhr das gemeinsame Mittagessen geplant. Der Verein freut sich auch über Teilnehmer, die mit dem Auto oder Fahrrad direkt dorthin kommen werden. Parkplätze sind genügend vorhanden.
Damit das Anglerheim besser planen kann, bittet der Verein um Anmeldung bei Dieter Lehmer (0176 61462399) oder Gabi Kaufmann (06162 72727).

                                                                                                      gk

Faszination Mundart

Es war viel los beim Verzäihl-emol-ebbes-Nachmittag des Häzemer Dorf- und Kulturvereins am 13. November im katholischen Pfarrheim. Die Vereinsmitglieder mussten noch mehrmals Stühle herbeiholen, bis alle ihren Platz hatten und Vorsitzender Dieter Lehmer die Begrüßung der Gäste vornehmen konnte. Heinrich Eichhorn übernahm dann die Anmoderation der Filmvorführung des kleinen Theaterstücks „Der Schinderhannes im ‚Goldenen Engel‘ zu Habitzheim“, das anlässlich des Habitzheimer Schloßgassenfestes von Mitgliedern und Freunden des Vereins aufgeführt worden war. Die Besucher erfuhren so einiges zur Historie des Hauses Büchler und der Gastwirtschaft „Goldener Engel“, in dem der berüchtigte Schinderhannes nachweislich Geschäfte getätigt hatte, sowie die Reise des alten Gasthausschildes von Habitzheim, Reinheim und Spachbrücken bis wieder zurück in seine Heimat Habitzheim. Heinrich Eichhorn zeigte dabei Fotos der einzelnen Schritte der Restaurierungsarbeiten und den Aufbau des Schildes im Büchler‘schen Garten durch die Firma Metallbau Haus, Münster. Die Gäste konnten mit diesem historischen Wissen ausgestattet die Vorführung des Filmes mit Hauptdarsteller Michael Heusel als Schinderhannes im „Goldenen Engel“ genießen.
Daran anschließend konnte Dieter Lehmer den ehemaligen Habitzheimer und Tierarzt Dr. Horst Seeger begrüßen, der mit vielen Häzemer Geschichten im Gepäck aus seinem Wohnort Wixhausen in das 30-jährige Bonifatiusheim angereist war.
Dr. Seeger begann in kraftvoller, unverfälschter Mundart mit seiner Vorstellung in Form eines kleinen Lebenslaufes. Sehr unterhaltsam und mit viel Humor erzählte er von seiner Kindheit, wie es dazu gekommen war, dass er Tierarzt geworden sei, und wie sein heutiges Leben aussähe. Mit Zitaten seiner Mutter wie „Ich maon, Du kennst aach Viehdokter wern“ oder „Wos gäb‘ ich fer moi Lust, des Haa leit do und muss haom“ verstand er es hervorragend, seinen Bericht zu untermauern.
Dr. Seeger liebt die Mundart und so sind für ihn seine anschließenden Anmerkungen zur Mundart, die er „auf Hochdeutsch“ vorträgt, sehr wichtig. „Noch bis vor einigen Jahren wäre eine Veranstaltung wie diese heute zur Sprache unserer Vorfahren unpassend gewesen“, so Horst Seeger. „Die Begriffe ‚Mundart‘ und ‚Dialekt‘ waren völlig unbekannt. Erst im 17. Jahrhundert hat der deutsche Sprachgelehrte Philipp von Zesen (1619-1689, erster deutscher Berufsschriftsteller, galt als Bewahrer der deutschen Sprache und erfand für viele Fremdwörter Verdeutschungen, so auch Mundart für Dialekt, Anmerkung der Autorin) das Wort ‚Dialekt‘ ins Deutsche übertragen. Hochdeutsch sprachen nur die beiden Pfarrer und die drei Lehrer mit ihren Frauen. Diese Leute mussten auch grundsätzlich mit dem offiziellen ‚Sie‘ angesprochen werden, während bei allen anderen Dorfbewohnern nur das vertraute ‚Du‘ galt.“ Horst Seeger ging hier auch auf die Sprache der kriegsbedingten Neubürger (Donauschwaben, Sudetendeutsche etc.) ein und stellte dabei fest, dass es keine wirklichen Verständigungsprobleme gab. Er zitierte dabei Johann Wolfgang von Goethe mit: „Jede Provinz liebt ihren Dialekt: denn er ist doch eigentlich das Element, in welchem die Seele ihren Athem schöpft.“ Auf die Feststellung, dass Mundart „kein schlechtes oder falsches Hochdeutsch sei, das nur von dummen, einfachen Menschen gesprochen werde“, legt er großen Wert und findet es sehr interessant, „dass gerade das bei uns gesprochene Rheinfränkisch der Hochdeutschen Sprache näherstünde als die anderen Mundarten Deutschlands“. Er beendete seine Exkursion in den Mundart-Begriff damit, dass für ihn Mundart „eine gewisse Vertrautheit“ schaffe und dass er Englisch als Gefahr für Mundart und Hochdeutsch gleichermaßen sehe.
Im Anschluss daran startete der ehemalige Handballer, Leichtathlet und Kerbborsch mit mehreren amüsanten Häzemer Geschichten, selbstverständlich in Häzemer Mundart. Das Publikum dankte seinen wahren Erzählungen von „Karawinern“, „der Bomb, die uff die Schul gefalle is“ und seinen weiteren Erinnerungen mit langem Applaus.
Dass Horst Seeger noch an seinem Haozem hängt, wird spätestens nach seiner Aussage „Ich läs jeden Daoch den Lokaldal des Darmstädter Echo und verfolge die Todesanzeigen, die es ja leider immer gibt“ deutlich. So bleibt zu hoffen, dass er noch sehr oft Gast beim Häzemer Dorf- und Kulturverein sein wird.
Ein weiterer besonderer Gast, der sich ebenfalls an diesem Erzählnachmittag eingefunden hatte, war Fritz Ehmke von den Mundartfreunden Südhessen. Er besuchte den Verein in wunderschöner Odenwälder Tracht anlässlich des Projektes der „Mer babbele Mundart“-Tafeln. Eine dieser Tafeln konnte auf Initiative des Häzemer Dorf- und Kulturvereins, der Eigentümergemeinschaft Mauß/Vierheller-Mauß und des Wirtes Uwe Geiß der Gaststätte „K2“ angebracht werden. Der Kulturverein unterstützt mit dieser Tafel sehr gerne den Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder e.V. Darmstadt mit einer Spende. Fritz Ehmke gab den Gästen in Odenwälder Mundart einen kleinen Einblick in dieses Projekt, siehe dazu http://www.gebabbel-suedhessen.de/. Dies gelang ihm in perfekter Art und Weise, so dass die Anwesenden ihn mit einem gemeinsamen Ständchen des Liedes „Alleweil rappelts aom Scheierdoar“ verabschiedeten. Er ist mit Sicherheit auch wieder ein willkommener Gast beim Kulturverein.
Gegen 17.30 Uhr ging mit den Dankesworten an Vortragende und Gäste durch Dieter Lehmer ein gelungener Nachmittag im Zeichen der Mundart – ein Ausdruck von regionaler Identität – zu Ende.                                                                                                                                                                                               gk

Verzäihl emol ebbes am Sonntag: Vun frieher un vun heit

Der Häzemer Dorf- und Kulturverein lädt am Sonntag, 13.11.2016, ab 14.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr in das katholische Pfarrheim zu einem Erzählnachmittag mit Filmvorführung ein.
Der ehemalige Häzemer Dr. Horst Seeger, heute wohnhaft in Darmstadt-Wixhausen, wird die Besucher mit Habitzheimer Geschichten von früher in echtem Häzemerisch unterhalten.
Gezeigt wird zudem ein kurzer Film der Aufführung des Theaterstücks „Der Schinderhannes im ‚Goldenen Engel‘ zu Habitzheim“ anlässlich des Schloßgassenfestes der Otzberg-Woche 2016.
Es besteht ebenfalls noch die Gelegenheit den dritten Band der Habitzheimer Geschichte(n) „Alleweil is es kumme“ zu erwerben – so lange der Vorrat reicht. Weihnachten naht, und der Band ist mit Sicherheit ein schönes Geschenk.
Wie bei jedem Verzäihl-emol-ebbes am Sonntag stehen wieder Kaffee und Kuchen bereit.
Der Verein freut sich auf viele Gäste.                                                                                                                     gk

Historisches trifft auf Tierisches

Es ist ein prachtvoller Sommerabend, an dem sich ca. 70 Teilnehmer am Freien Platz unter Leitung von Heinrich Eichhorn zum Rundgang des Häzemer Dorf- und Kulturvereins anlässlich der Häzemer Kerb aufmachen. Der erste Stopp ist am kürzlich angebrachten historischen Gasthausschild „Zum Goldenen Engel“. Der Ortshistoriker berichtet, dass es das Gasthaus vermutlich schon um 1780 gab, denn der erste bekannte Wirt Johannes Büchler wurde 1755 geboren. Der letzte Engel-Wirt starb 1914. Da alle Wirte auch Bäckermeister waren, von denen einer mit Vornamen Henrich hieß, ist der Hausname „Bäckerhenriche“ bis heute erhalten. Die Gruppe marschiert weiter in die Schlosswiesen. „Es gab bis Ende der 1950er-Jahre drei Storchennester in Habitzheim: auf dem Schornstein des Hofguts, auf dem ehemaligen Faselstall, heute Schützenhaus, und auf dem Schornstein einer Schmiede in der Falltorgasse. Als Kind habe ich gesagt bekommen, dass die Babys vom Storch aus dem Mazetbrünnchen geholt werden“, berichtet Heinrich Eichhorn. „Es war früher ausgehend vom Wasserwerk in nordwestlicher Richtung sichtbar und war mit einem Eisentor, das verschlossen war, versehen.“ Weiter geht es hoch zur Falltorgasse mit ihren Gärten, deren Flurname „Im langen Garten“ lautet. In den Brunnenwiesen, die ebenfalls an die Falltorgasse anschließen und mundartlich „Seiruh“ (Sauruhe) genannt werden, wurden früher von Hirten, die meist derselben Familie angehörten, Schweine, Gänse und Enten gehütet. Die Gruppe spaziert weiter zum Wasserwerk. Hier weiß Heinrich Eichhorn zu erzählen, dass 1954 die Wasserleitung gebaut wurde, die die Brunnen ablöste. Linkerhand folgen die „Mains-Wiesen“. Sie gehörten früher zum Bistum Mainz, daher die alte Schreibweise des Mainz mit „s“. Am anschließenden Teufelsgraben, er wurde auch im Theaterstück des Kulturvereins beim Schlossgassenfest erwähnt, wurde früher ein römischer Steinsarg gefunden, der leider als verschollen gilt. Über das „Rück“ gehend – auch hier wurde ein als verschollen geltender Steinsarg ausgegraben -, können die Teilnehmer zu den Fluren „Wolfsstall“, „Fischborn“ und „Katzenäcker“ blicken. Sie lassen ein früheres Vorkommen von Wölfen und einen Fischteich vermuten. Laut dem Hessischen Flurnamenbuch kamen die „Katzenäcker“ aufgrund von Tierkörperfunden zu ihrem Namen. Habitzheim hatte damals viel Tierisches zu bieten. Und nicht nur das: Im Dieburger Museum Schloss Fechenbach sind bedeutende Habitzheimer Funde aus der Karolingerzeit zu sehen, darunter das so genannte „Habitzheimer Kreuz“. Diese Funde kamen bei der Erschließung des Neubaugebietes „Ober dem Falltor“ zu Tage. Bevor der Ortsrundgang im Festzelt zu Ende geht, dankt Heinrich Eichhorn allen Anwesenden, insbesondere Bürgermeister Weber, den Kerbborschen und -mädels, Habitzheimer Neubürgern und den vielen jungen Habitzheimern, die sich für diese Veranstaltung des Kulturvereins und damit für die Habitzheimer Geschichte interessieren.

gk

Häzemer Kerb mit Mundart-Fernsehstar Rainer Weisbecker

Traditionell zum Kerbmontag der Häzemer Kerb lädt der Häzemer Dorf- und Kulturverein zu seinem Mundart-Abend ein.  Dieses Jahr kommt der TV-bekannte Mundarthumorist Rainer Weisbecker mit seinem Programm „Frankfurter Lieder“ nach Habitzheim. Neben dem Frankfurter Liedgut erzählt er Anekdoten, trägt Mundartgedichte vor und lässt Wissenswertes über die Muttersprache einfließen. Es wäre schön, wenn außer der Frankfurterin Frau Rauscher aus der Klappergass´ noch ganz viele Häzemer und auswärtige Freunde des Vereins kommen würden. Das Programm beginnt am Montag, 12.09.2016, um 19.00 Uhr im Festzelt. Getränke und leckere Speisen (Würstchen, Kochkäse, Spundekäse) stehen bereit! Der Einlass ist ab 18.00 Uhr und der Eintritt ist wie immer frei. Der kreisende Musikerhut kann jedoch gerne mit Spenden gefüllt werden.

        gk