Wanderrouten durch eine sanfte Hügellandschaft

Häzemer Dorf- und Kulturverein will Wege ausweisen

(lng) Als der Otzberger Ortsteil Habitzheim 2006 in das hessische Dorferneuerungsprogramm aufgenommen wurde, bedeutete dies den Beginn einer beispielhaften Entwicklung. Damit verbunden war die Erforschung der Ortsgeschichte durch die Bildung einer Arbeitsgruppe, die schließlich 2008 zur Gründung des Häzemer Dorf- und Kulturvereins führte. Seine Ziele sind in erster Linie die Förderung der Kultur und Dorfgemeinschaft sowie die Aufarbeitung der Ortsgeschichte. Zudem wurde 2006 eine Arbeitsgemeinschaft „Grün“ ins Leben gerufen, die sich im Zuge der Dorferneuerung mit der Ausweisung von Wanderwegen rund um Habitzheim befasste.

Der Häzemer Dorf- und Kulturverein will nun die schon seit langem angeregte Wegeplanung rund um Habitzheim vollenden. Allerdings fehlte hier wegen einer Ackerbepflanzung ein Verbindungsstück. Eigentümer Robert Freiherr Heereman (rechts) war bereit, einen Fußweg in diesem Bereich zu genehmigen. Heinrich Eichhorn (links), Vorstandsmitglied des Häzemer Dorf- und Kulturvereins, hat mittlerweile eine Karte mit diesen Wanderwegen erarbeitet. Fest steht, dass es eine größere Wanderroute um Habitzheim gibt und zudem noch acht Rundwege für diejenigen, die gerne kürzere Wanderungen machen wollen. ©lng

Hierfür setzte sich besonders Hilde Vollrath ein, die auch dem Vorstand des Häzemer Dorf- und Kulturvereins angehört. Die Vorschläge für die Schaffung von Wanderwegen kamen allerdings nicht zur Ausführung, so dass sich nun der Häzemer Dorf- und Kulturverein um dieses Projekt weiter kümmern will, damit es endlich realisiert wird. Vor allem Vorsitzender Dieter Lehmer und das Vorstandsmitglied Heinrich Eichhorn ergriffen die Initiative und verfolgten die von Hilde Vollrath angeregte Wegeplanung weiter. Dabei stellten sie fest, dass für einen Wegeteil entlang der Landesstraße 3413 von Habitzheim nach Groß-Umstadt ein Verbindungsstück wegen der Bepflanzung eines Ackers fehlt. Eigentümer Robert Freiherr Heereman von der Geschäftsführung des Hofgutes Habitzheim kam dem Häzemer Dorf- und Kulturverein entgegen und war bereit, einen Fußweg in diesem Bereich zu genehmigen mit der Auflage, dass der Verein für die Begehbarkeit dieser Wegstrecke sorgt, berichtet Eichhorn erfreut.

Fest steht, dass es eine große, sechs Kilometer lange Wanderroute um Habitzheim geben soll, bei der auf den Höhen eine sehr schöne Aussicht zu genießen ist. „Den Otzberg, das Wahrzeichen der Gemeinde Otzberg, können die Wanderfreunde aus verschiedenen Richtungen bestaunen, das ist schon sehenswert“, erklärt Eichhorn, der in seiner Heimatgemeinde auch die Ortsgeschichte aufarbeitet. Für diejenigen, die gerne kürzere Wanderungen machen wollen, sind acht Rundwege mit Start und Ziel am „Freien Platz“ in der Ortsmitte vorgesehen, die durch eine abwechslungsreiche Landschaft verlaufen. So bietet der Rundweg 1 eine Aussicht zum Reinheimer Teich, zu den Odenwälder Bergen und natürlich zum Otzberg sowie zur Hassenröther Höhe. Rundweg 2 führt über den Reinheimer Berg, Rundweg 3 zum Glockental, zur Gemarkung „Hinter dem Wingert“ und zum Wingertsberg. Auf dem Rundweg 4 kommt der Wanderer zur Säuruhe, zu den Mainzwiesen, zum Seeweg mit Brücke und zur Höhe mit der Bezeichnung „Storksnest“. Auf dem Rundweg 5 wird ebenfalls das „Storksnest“ erreicht, ebenso der von alten Habitzheimern bezeichnete Seeweg und der Kapuzinerpfad. Auf dem Rundweg 6 gelangen die Wanderfreunde zum „Blauen Stein“, Kirchberg und zur Dorfmühle, auf dem Rundweg 7 kann man zur Dorfmühle, zur Eckwiese und zum Kirchberg laufen. Und auf dem Rundweg 8 geht es hoch zum „Rück“ und schließlich zur Falltorgasse. Diese Routen präsentieren dem Wanderer rund um Habitzheim eine landschaftliche Vielfalt auch ohne Waldgemarkung. „Es sind noch keine Markierungszeichen festgelegt“, sagt Heinrich Eichhorn. Wichtig für ihn ist ein Flyer mit Wegebeschreibung, um die Bürger zum Wandern zu ermuntern.

Seine Wander-Wegeplanung rund um Habitzheim kann der Häzemer Dorf- und Kulturverein nun realisieren. Zunächst gab es allerdings Schwierigkeiten, als festgestellt wurde, dass für einen Wegeteil entlang der Landesstraße 3413 von Habitzheim nach Groß-Umstadt (unser Bild) ein Verbindungsstück wegen der Bepflanzung eines Ackers fehlt. Eigentümer Robert Freiherr Heereman (rechts) kam den Verein entgegen und genehmigte einen Fußweg in diesem Bereich mit der Auflage, dass der Verein für die Begehbarkeit dieser Wegstrecke sorgt. Vorstandsmitglied Heinrich Eichhorn (links), der die Wegekarte erstellte, ist erfreut über die Zusage Heeremans. ©lng

Ferner denkt er auch an die Aufstellung von Hinweisschildern mit Richtungsanzeige sowie Informationen über Sehenswürdigkeiten und über die heimische Landwirtschaft, eventuell mit Erklärung bedeutender Flurnamen in Habitzheim. Eichhorn erwähnt in diesem Zusammenhang den Namen „Hopfengarten“, der beweise, dass in früherer Zeit in Habitzheim Hopfen angebaut wurde für das Habitzheimer Bier. Die Flurnamen „Wingertsberg“ und „Hinter dem Wingert“ würden auf den Weinanbau aufmerksam machen, so Eichhorn, der schon fest die Herausgabe einer Broschüre über die alten Flurnamen, von denen es 130 gibt, geplant hat. Dieter Lehmer und er haben übrigens die ausgesuchten Wanderstrecken in der Gemarkung abgelaufen bzw. –gefahren, die an das Reinheimer Hügelland grenzen. Beide sind überzeugt, dass der Häzemer Dorf- und Kulturverein mit diesem Projekt ein zusätzliches, interessantes Wanderangebot für wanderfreudige Bürgerinnen und Bürger macht.